LIFE
26/11/2015 11:35 CET | Aktualisiert 27/11/2015 05:28 CET

24 Probleme, die du nur kennst, wenn du aus Schleswig-Holstein kommst

Schleswig-Holsteiner wissen: Sie leben im schönsten Bundesland der Republik, nämlich dort, wo andere Urlaub machen! Trotzdem ist das Leben im hohen Norden nicht immer nur Zuckerschlecken. Im Gegenteil: Oft haben Schleswig-Holsteiner es sogar richtig schwer. Eine Auswahl.

1. Du weißt, dass Schleswig-Holstein der einzig wahre Norden Deutschlands ist. Alles unterhalb der Elbe ist Süddeutschland. Ab und zu trifft man im Urlaub ja mal auf Menschen, die sagen: „Wir kommen ja auch aus Norddeutschland. Aus Hannover/Lüneburg/ Osnabrück...“ Süß, oder?

2. Häufigste Ursache für kaputte Fingernägel: Krabbenpulen. Du kennst das.

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3. Schicksal eines jeden schleswig-holsteinischen Fahrschülers: Berganfahren am Deich üben

4. Wenn Menschen südlich der Elbe Fisch auftischen, ist das für dich ein Trauerspiel. Das beginnt schon damit, dass frischer Meeresfisch (also so richtig frisch, einer, der noch am selben Tag gefangen und nicht erst durch die halbe Republik gekarrt wurde) außerhalb von Schleswig-Holstein gar nicht zu bekommen ist.

5. Wenn Süddeutsche sich dann aber trotzdem dafür entschieden haben, Fisch selbst zuzubereiten, stopfen sie das arme Tier in der Regel mit Kräutern und Knoblauch voll und ertränken es in Olivenöl. Nicht, dass das Ding am Ende gar noch nach Fisch schmeckt....

Ein für alle mal: Guter Fisch wird schlicht gesalzen, mehliert und mit Butter in der Pfanne gebraten. 6 Minuten von jeder Seite. Schluss, Ende, aus. Kein Pfeffer, keine Zitrone. Mehr Respekt vor frischem Fisch!

6. Und nein! Matschige Fischbrötchen von „Nordsee“ haben nichts, aber auch gar nichts mit gutem Fisch zu tun! Ihr wollte gar nicht wissen, was da unter der frittierten Panade alles drin ist ...

7. Du pflegst eine Hassliebe zu deinem lokalen Radiosender. R.SH spielt grundsätzlich nur die Hits, die vor einem Jahr beliebt waren, versucht sich an endpeinlichen Radio-Comedy-Formaten und sendet gefühlt doppelt so viel Werbung wie andere Radiosender. Aber dass sie jeden Tag um Mitternacht die schleswig-holsteinische Landeshymne spielen, ist schon irgendwie cool.

8. Schleswig-Holstein liegt nun mal im Norden und damit am äußersten Ende von Deutschland. Das ist so lange schön, bis du (aus welchen nicht nachvollziehbaren Gründen auch immer) mal nach Bayern musst. Eine Fahrt von Kiel nach München dauert neun Stunden, mit Stau auf der A7 auch locker zwölf. Ski-Wochenende in den Alpen? Kannste knicken.

9. Es tut dir weh, wie Hipster-Eltern norddeutsche Namen missbrauchen. Schleswig-Holsteiner nennen ihre Kinder gern Onno, Swantje, Jeppe, Fiete, Smilla, Beeke oder Jonte. Der Unterschied zu den Eltern im Prenzlauer Berg ist nur: Bei euch ist das nicht Mode, sondern Tradition. Da hießen schon die Urgroßeltern Hinnerk und Wibke.

10. Du sprichst insgesamt sehr sauberes Hochdeutsch, jeder versteht dich. Nur mit einigen Worten stößt du bei Nicht-Schleswig-Holsteinern auf leere Blicke. Sie haben einfach keine Ahnung, was ein Feudel ist. Selbes Problem mit plietsch, sutsche und Naschi. Ist doch nicht so schwer...

mop

11. Alle denken immer, dass du segelst. Wisst ihr eigentlich, wie teuer das ist?

12. Schleswig-Holsteiner sind ja Realisten. Dir ist völlig bewusst, dass ihr bundespolitisch eher eine Nebenrolle spielt. Schleswig-Holstein ist nicht der Nabel der Welt. Aber wenn die nordische Politik mal Schlagzeilen macht, dann meistens wegen handfester politischer Skandale. Beispiele gefällig? Barschel-Affäre, der Lolita-Skandal von Christian von Bötticher, der Putsch gegen Heide Simonis... Wenn es bei uns im Landtag knallt, dann aber so richtig!

13. Überhaupt mögen es die Schleswig-Holsteiner in der Politik gern kompliziert. Stichwort: Dänen-Ampel.

14. Mit fast 1.200 Kilometern (einschließlich der Inseln) hat Schleswig-Holstein eine gigantische Küstenlänge und ungefähr so viel Strandfläche wie Costa Rica. Nur leider fehlt dir zum Strand meistens das Strand-Wetter. Es regnet gefühlt 200 Tage im Jahr.

15. Und wenn du dann an den wenigen Sonnentagen an den Strand kommst, sind die meisten Plätze schon von Nordrhein-Westfalen belegt.

Ein von @_natalieee_88 gepostetes Foto am

16. Dir ist völlig klar, dass die Restdeutschen eigentlich gerne zu uns gehören würden. Denn wie der Glücksatlas 2015 erst kürzlich wieder bestätigt hat, leben die glücklichsten Deutschen in Schleswig-Holstein.

Deswegen: Hört auf mit den neidischen Blicken gen Norden, kommt halt zu uns! Wir haben noch genug Platz für euch. Hinterm Deich bei den Schafen zum Beispiel.

17. Den Norddeutschen wird ja gerne vorgeworfen, dass sie verschlossen und kühl wären. Das stimmt ü-ber-haupt-nicht! Dein Verständnis von Offenheit ist nur ein anderes. Deine Freundschaft muss man sich verdienen. Wenn man sie dann aber einmal hat, ist’s für die Ewigkeit!

18. Kieler Woche im Regen. Klassiker.

19. Fußball. Ein sensibles Thema in Schleswig-Holstein. Den letzten Titel als Deutscher Meister gewann Holstein Kiel 1911/1912. Seit Neugründung der Bundesliga hat es noch kein Verein aus dem hohen Norden in die erste Liga geschafft. Selbst das Saarland hatte schon drei Erstligisten.

20. Da raffst du dich auf, willst trotz des stürmischen Wetters einen Spaziergang am Meer machen – und dann ist die Nordsee nicht da. Ebbe nervt.

21. Infrastrukturell ist in Schleswig-Holstein noch Luft nach oben. Wenn du zum Beispiel von Dithmarschen nach Kiel fahren willst, bist du gut und gerne schon mal anderthalb Stunden unterwegs. Und das, obwohl die Strecke nur 80 Kilometer lang ist. So eine Schnellstraße von der West- an die Ostküste... Das wär schon was.

22. Wenn die Hüpferli-Tasche nach 20 Jahren heißer und inniger Liebe dann doch mal aufgetragen ist, bricht es dir das Herz. Die bunten Taschen sind für echte Schleswig-Holsteiner ein Muss. Sie sind ja auch wahnsinnig praktisch: wasserdicht (wichtig, wegen dem Regen!), als Tasche und als Rucksack tragbar und eben ein echtes Raumwunder! Zum Glück sind Hüpferli-Taschen nicht online zu bestellen, sondern nur vor Ort zu kaufen. Sonst wäre sie längst in den Hipster-Hochburgen der Bundesrepublik verbreitet.

Verblichen und abgewetzt, aber ich liebe sie! ♥ #HüpferliSegel #Tasche #damalsinKiel #ichpackemeinenKoffer

Ein von dies & das (@bellarie) gepostetes Foto am

23. Schleswig-Holsteiner sind ein tolerantes Volk – außer wenn es ums Bier geht. Dieser melodische Klang, dieses einzigartige Geräusch wenn die Flens-Flasche aufploppt. Unbezahlbar! Dagegen sind sämtliche Kronkorken-Biere eine Enttäuschung. Lieber trinkst du Wasser.

#flens

Ein von Paul Oswald (@ooswad) gepostetes Foto am

24. Im Vergleich zu anderen Bundesländern beherbergt Schleswig-Holstein angenehm wenig Prominenz. Bloß einmal im Jahr, zu den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg, meinen die Verantwortlichen Pseudo-Prominente in das Freilichttheater am Kalkberg holen zu müssen. Und plötzlich müssen sich die armen Schleswig-Holsteiner mit Erol Sander als Winnetou oder Wayne Carpendale als Old Shatterhand rumschlagen. Na, vielen Dank auch.

Mega Premiere! Und jetzt will ich Euch hier sehen!!! @Karl-May-Spiele Bad Segeberg - noch bis zum 7. September

Ein von Wayne Carpendale (@wayne_interessiert_s) gepostetes Foto am

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