POLITIK
26/11/2015 03:24 CET | Aktualisiert 26/11/2015 15:33 CET

Hotels lehnen die Buchungen von AfD-Mitgliedern ab

Die AfD unter Chefin Frauke Petry will einen Parteitag abhalten - aber keiner will sie haben
dpa
Die AfD unter Chefin Frauke Petry will einen Parteitag abhalten - aber keiner will sie haben

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Die Alternative für Deutschland (AfD) ist in der Vorweihnachtszeit auf Herbergssuche. Und keiner will sie reinlassen. Aus Nächstenliebe sozusagen.

Die Partei mit ihrem Nationalismus, ihrer Hetze, gilt vielen offenbar inzwischen als so indiskutabel rechts, dass kaum einer eine Halle, ein Kongresszentrum oder Hotelbetten für ihren Delegiertenparteitag zur Verfügung stellen will. AfD-Sprecher Christian Lüth sagte der "Welt": "Von etwa 30 Anfragen wurden weit über die Hälfte erkennbar aus politischen Gründen abgelehnt."

Hannover muss dran glauben

Dazu muss man wissen: Private Betreiber von Veranstaltungshallen können sich aussuchen, an wen sie vermieten. Betreiber in öffentlicher Hand, wie es bei vielen Stadthallen der Fall ist, nicht. Grund ist das Parteiengesetz. Laut Paragraf 5 müssen Kommunen, die eine Veranstaltungshalle haben und diese an Parteien vermieten, sie an alle Parteien vermieten, die nicht verboten sind. Wegen der Gleichbehandlung.

Und so muss nun das städtische Hannover Congress Centrum (HCC) am Samstag und Sonntag die AfD aufnehmen. Der Direktor der Halle wird die Veranstaltung laut einem Bericht des "Tagesspiegels" auch professionell durchführen. Weil er aber inhaltlich nichts von der AfD halte, stehe es seinen Angestellten frei, gegen die AfD zu demonstrieren.

Hotel kündigt aus "Sicherheitsgründen"

Große Aufmerksamkeit erhält derzeit auch ein Facebook-Post des "Congress Hotels am Stadtpark Hannover". Das Hotel hat "Zimmerbuchungen, welche im zeitlichen Rahmen des Bekanntwerdens des AfD-Bundesparteitages eingegangen sind, (...) storniert, um die Sicherheit aller Gäste und unserer Mitarbeiter sowie den reibungslosen Hotelbetrieb am kommenden Wochenende besser gewährleisten zu können."

"Es geht uns bei dieser Vorgehensweise ausdrücklich um den Schutz aller beteiligten Personen, nicht aber um eine politische Aussage", schiebt der private Eigentümer noch nach.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben die Zimmerbuchungen, welche im zeitlichen Rahmen des Bekanntwerdens des...

Posted by Congress Hotel am Stadtpark Hannover on Dienstag, 24. November 2015

Die User kommentieren extrem kontrovers. Joana Cotar etwa schreibt: „Was für eine billige Ausrede. Gäste wegen Zugehörigkeit zur "falschen" Partei aus dem Hotel zu schmeißen, erinnert an ganz dunkle Zeiten. Pfui Teufel!“ Andere wie Dirk Wroblewski schreiben: „Man muss dieses, wie immer, natürlich differenziert sehen, dennoch, - es wir hier eine klare Kante gezeigt und wirtschaftliche Interessen werden dafür zurück gestellt! RESPEKT!!!!!!!! Auch Institutionen können und sollten eine Meinung haben!“

Es kommt inzwischen öfter vor, dass Hoteliers AfD-Gäste nicht unterm Dach haben wollen. Manche stehen offen dazu, die "Zeit" berichtet aber auch von Fällen, in denen Pächter von den Eigentümern oder der linken Antifa unter Druck gesetzt wurden.

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