POLITIK
25/11/2015 13:36 CET | Aktualisiert 25/11/2015 14:08 CET

Russischer Jet-Pilot nach Absturz des Kampfjets: "Türkei hat uns nicht gewarnt"

Der überlebende Pilot des abgeschossenen russischen Kampfjets hat sich jetzt öffentlich geäußert. Und macht dem türkischen Militär massive Vorwürfe.

Konstantin Murachtin, der sich per Schleudersitz und Fallschirm retten konnte, sagte einem Video des russischen Propagandasenders „Russia Today“ zufolge, dass es „absolut unmöglich“ sei, dass sein Flugzeug türkischen Luftraum verletzt habe, nicht einmal für eine Sekunde. Er sei schon oft in der Region geflogen, kenne jeden Höhenzug und könne dort sogar ohne Instrumente navigieren. Die Sicht sei absolut klar gewesen.

Russland veröffentlichte eine Karte, die diese Aussage belegen soll.

Die Türkei dagegen behauptet, der russische Jet habe sich über türkischem Luftraum befunden. Der Sender CNN Türk hatte eine entsprechende Karte veröffentlicht, die vermutlich vom türkischen Militär stammt. Demnach hätte der Jet etwa drei Kilometer über türkischem Territorium zurückgelegt.

Die „Bild“-Zeitung zitierte aus einer „Geheimanalyse“ des Verteidigungsministeriums in Berlin, wonach der russische Jet nur 17 Sekunden im türkischen Luftraum war und über syrischem Territorium getroffen wurde. Die Trümmer des Jets waren etwa vier Kilometer von der Grenze entfernt über Syrien niedergegangen.

Pilot Murachtin sagte außerdem den Journalisten, dass er keinerlei Warnungen von türkischer Seite erhalten habe. Sein Jet sei unerwartet am Heck getroffen worden.

Die Türkei besteht darauf, dass sie die Besatzung des Jets zehn Mal innerhalb von fünf Minuten gewarnt habe. Die USA, Verbündeter der Türkei in der Nato, bestätigten diese Warnungen.

Obwohl stündlich mehr Details bekannt werden, wir die Sache nicht klarer. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, Russland habe genügend Informationen, dass der Abschuss geplant gewesen sei: "Dies war ganz offensichtlich ein Hinterhalt: Sie warteten, beobachteten und haben einen Vorwand gesucht." Die Türkei hatte ihr Vorgehen dagegen verteidigt - es sei nach internationalem Recht legal, sein Territorium zu verteidigen.

Mit Material von dpa

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