LIFESTYLE
26/11/2015 12:32 CET

Stillen ist gut für Babys. Jetzt zeigen neue Studien, was es mit Müttern macht

sarahwolfephotography via Getty Images
Stillende Mutter

Es wird immer nur darüber diskutiert, welche Vorteile Muttermilch für Babys hat. Sogar 96,8 Prozent der deutschen Mütter glauben, dass Stillen das Beste für ihr Baby ist.

Aber Mütter nehmen einiges auf sich, um ihr Baby stillen zu können. Beide – Mutter und Baby – müssen das Stillen erst lernen und das kann oft schmerzhaft sein. Am Anfang können viele Probleme wie Infektionen und blockierte Milchgänge auftreten.

Aber diese Mühe lohnt sich auch für die Mütter, wie neue Studien zeigen.

Schon vorher konnten Forscher nachweisen, dass Frauen, die stillen, ein geringeres Risiko haben, an Brust – oder Eierstockkrebs zu erkranken.

Offenbar ist die positive Wirkung aber noch größer, als bisher angenommen: Eine neue Studie legt nahe, dass das Stillen Frauen vor einer bestimmten, aggressiven Form von Brustkrebs schützt.

Wissenschaftler der American Cancer Society untersuchten die Daten von 40.000 Krebsfällen weltweit. Sie fanden heraus, dass Stillen das Risiko, an besonders gefährlichen Tumoren zu erkranken, um 20 Prozent reduziert.

Dr. Marisa Weiss, die Leiterin der Studie, meint, dass der Vorgang des Stillens die Brust widerstandsfähiger gegen Krebs macht.

Immer mehr Wissenschaftler sehen das Stillen als „viertes Trimester“, das den Vorgang der Geburt vollendet und dem Körper seine Stärke zurückgibt.

Eine zweite Studie stützt diese These: Bei einer Untersuchung begleiteten Wissenschaftler der University of California 1010 Frauen, die als Schwangere unter Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) litten, über einen Zeitraum von zwei Jahren. Das Ergebnis: Frauen, die stillten, konnten das Risiko, danach an Typ-II-Diabetes zu erkranken, um die Hälfte senken.

„Während des Stillens ist der Glucose-Gehalt niedriger und der Insulinbedarf sinkt. Eine biologische Erklärung (Anmerkung: für das niedrigere Diabetesrisiko) wäre, dass das den pankreatischen Beta-Zellen eine Pause verschafft, sich nach der Schwangerschaft zu erholen“, sagte Erica P. Gunderson, Leiterin der Studie, der "New York Times". Die Beta-Zellen im Pankreas sind dafür zuständig, Insulin zu produzieren und auszuschütten.

Dr. Eleanor Bimla Schwarz, Professorin für Medizin an der University of California, sieht Stillen als Vorsorge gegen Krebs: „Das ist für alle Frauen machbar, die etwas tun wollen, um Brustkrebs zu vermeiden. Wir müssen sicherstellen, dass das ein Teil der Debatte wird.“ Sie ist der Meinung, dass Stillen etwa 5000 Frauen in den USA pro Jahr eine Brustkrebs-Diagnose ersparen könnte.

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