POLITIK
25/11/2015 07:39 CET | Aktualisiert 18/01/2016 11:45 CET

Mit diesem Brief hetzt eine Ärztin Deutsche gegen Flüchtlinge auf

Facebook

Mit Briefen lässt sich gut Stimmung machen in der Flüchtlingskrise. Das hatte zuletzt ein Fall in Brandenburg gezeigt, wo Rechte mit gefälschten Behördenschreiben Enteignungen durch Flüchtlinge ankündigten.

Jetzt kursiert bei Facebook ein Brief, der von einer Zahnärztin aus Erfurt stammen soll - und der Flüchtlinge ziemlich unmissverständlich als eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellt.

Das Schreiben, das sich an "werte Hausbewohner" richtet, warnt vor möglichen Straftaten und Krankheiten der Asylbewerber.

Die Ärztin warnt vor Flüchtlings-Straftaten

Da sie vom Gesetzgeber verpflichtet sei, Asylsuchende im Notdienst zu behandeln und Flüchtlinge ihrer Praxis mit einem Sammeltransport zugewiesen werden könnten, warnt die Ärztin die Nachbarn vorsorglich vor möglichen Straftaten der Einwanderer:

"Bitte lassen Sie - im eigenen Interesse - keine Wertgegenstände im Treppenhaus oder Auto liegen. Lassen Sie bitte die Hauseingangs- und Nebeneingangstüren nicht offen stehen!"

Warnung vor ansteckenden Flüchtlingen

Zudem sei man vom Robert-Koch-Institut und vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz über übertragbare Krankheiten informiert worden, heißt es in dem Brief.

Die Ärztin verspricht den Nachbarn daher am Ende des Schreibens, "bei Bedarf Desinfektionsmittel zur Verfügung" zu stellen. Sie selbst werde nach dem Notdienst im unteren Treppenhaus und an den Türen "geeignete Desinfektionsmaßnahmen durchführen", schreibt die Ärztin.

Das ist der Brief in voller Länge:

zahnarzt

(Credit: Facebook)

Auf ihrer Praxis-Webseite streitet die Ärztin die Echtheit des Briefes nicht ab, schreibt nur, dass sie sich "gegenüber jeglicher rassistischer Darstellungen im Internet über mich und mein Praxisteam" distanziere.

"Ich finde es unverantwortlich, wie leichtfertig über soziale Netzwerke Personen und Institutionen angegriffen werden können", heißt es in der schriftlichen Stellungnahme weiter. Sie habe mit ihrem Rechtsanwalt bereits rechtliche Schritte eingeleitet, schreibt sie. Für eine Stellungnahme war die Ärztin am Mittwochmittag nicht zu erreichen.

Ärzte-Präsident verurteilt den Aushang

Inzwischen hat sich der Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen, Christian Junge, eingeschaltet. Bei Facebook verurteilte er den Aushang.

"Wir Thüringer Zahnärzte distanzieren uns ausdrücklich von dem Aushang dieser einzelnen Praxis. Der Inhalt war geeignet, Asylsuchende pauschal zu kriminalisieren, zu diffamieren sowie Patienten und Anwohner gegen Asylsuchende aufzuhetzen", heißt es in einem Facebook-Beitrag des Verbandes.

Zahnärzte werben für Behandlung von Flüchtlingen ohne Angst und VorurteileStellungnahme zum (mittlerweile entfernten)...

Posted by Landeszahnärztekammer Thüringen on Dienstag, 24. November 2015

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