POLITIK
24/11/2015 14:34 CET | Aktualisiert 24/11/2015 14:38 CET

"Es geht nur ums Töten": So attackieren "Peng!"-Aktivisten die Bundeswehr

dpa

Sie sind so etwas wie moderne Guerilla-Kämpfer, haben schon die Bundesregierung, Shell und Google gegen sich aufgebracht und wollen vor allem eins: den Deutschen den Spiegel vorhalten.

Jetzt hat sich das "Peng!"-Kollektiv die Bundeswehr vorgeknöpft. Genau genommen geht es um die jüngste Bundeswehr-Kampagne, die mit vermeintlich zeitgemäßen Botschaften um Nachwuchs wirbt.

"Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst", ist derzeit an deutschen U-Bahnhöfen auf riesigen Plakaten zu lesen. Oder (noch flotter): "Grünzeug ist auch gesund für deine Karriere".

Vermeintlich zeitgemäße Botschaften für den Nachwuchs

Die Bundeswehr soll jetzt Spaß machen. So könnte man die neue Kampagne verstehen. "Diese Aktion ist einfach nur gefährlich", kritisiert hingegen "Peng!"-Aktivist Philipp Fisch im Gespräch mit der Huffington Post.

"Wenn man ehrlich ist, geht es bei den Bundeswehr-Einsätzen doch um Töten und ums getötet werden. Und diese Plakate vermitteln jungen Menschen, dass alles ganz harmlos ist", sagte Fisch.

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Eines der Plakate, das die "Peng!"-Aktivisten als Replik auf die Bundeswehr-Kampagne entworfen haben. (Credit: "Peng!")

Um darauf aufmerksam zu machen, hat "Peng!" jetzt eine Fake-Webseite ins Netz gestellt, die der offiziellen Kampagnen-Seite stark ähnelt. "Du glaubst es ist cool, Soldat zu sein?", heißt es dort in großen Lettern.

Wer weiter nach unten scrollt, erfährt unter anderem, dass sich 26 Prozent der Soldaten selbst als rechts einstufen und dass 55 Prozent der Frauen in der Bundeswehr sexuell belästigt werden. "Der Terrorismus wird genutzt, um Kriege zu rechtfertigen", lautet eine der Kernbotschaften der Aktivisten.

"Sie sind so gut gemacht, dass es fast schon widerlich ist."

"Dieser Spruch 'Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst' war natürlich eine regelrechte Einladung für uns", sagte Fisch. Was ihn störte, war die Tatsache, dass die Kampagne mitsamt ihrer Sprüche "total manipulativ" sind, so der Aktivist. "Sie sind so gut gemacht, dass es fast schon widerlich ist."

Das Bundesverteidigungsministerium teilte Anfang der Woche mit, dass es die "Peng!"-Aktion prüfe. Ob rechtliche Schritte eingeleitet werden, sei noch offen.

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