POLITIK
21/11/2015 02:55 CET | Aktualisiert 21/11/2015 02:56 CET

"Die beharrt im Irrtum": So reagiert die CSU-Basis auf Merkel

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Der Empfang für Kanzlerin Merkel auf dem CSU-Parteitag in München fiel kühl aus. Ungewohnt kühl, denn normalerweise wird trotz Differenzen zwischen den Schwesterparteien gekuschelt. Auch nach der Rede der CDU-Chefin besserte sich die Stimmung nicht. FOCUS Online hat Stimmen gesammelt.

CSU fordert Obergrenze für Flüchtlinge

Merkel: Obergrenze gibt es mit mir nicht

Ihr Auftritt bei dem Parteitag in München würde heikel werden, das war von Beginn an klar. In den vergangenen Wochen brodelte es an der CSU-Basis angesichts der Willkommenspolitik von Angela Merkel, deren Auswirkungen in erster Linie Bayern zu spüren bekam und bekommt. Mit 3500 bis 6000 Flüchtlingen täglich allein an der niederbayerischen Grenze zu Österreich, die erstversorgt und verteilt werden müssen.

Eine abgekämpft wirkende Merkel, die mit Applaus empfangen wurde, der gerade noch als „Höflichkeitsapplaus“ durchgehen kann, brachte der CSU am Freitag zwei Botschaften mit: Die von der Partei geforderte Obergrenze für Flüchtlingszahlen kommt für sie nicht in Frage. Und: Die Flüchtlingszahlen sollen und werden trotzdem reduziert. Wie dies geschehen soll? Unter anderem durch effizientere Verfahren an der nationalen Grenze, eine konsequente Rückführung, strengere Kontrollen an den EU-Außengrenzen sowie durch die Zusammenarbeit mit der Türkei.

Der CSU-Parteichef stellte unmittelbar nach Merkels Auftritt klar: Das letzte Wort zu einer Obergrenze ist nicht gesprochen - und Merkel verlässt die Halle ohne ordentliche Verabschiedung durch den Seitenausgang.

So reagiert die Basis auf den Auftritt der Kanzlerin:

Thomas Habermann, Landrat von Rhön-Grabfeld in Unterfranken: „Die Rede hatte keine neuen Inhalte abgesehen von ihrem Verweis auf die Attentate von Frankreich. Dass sie ihre Meinung bezüglich der Obergrenze nicht ändert, war mir klar. Aber ich hätte mir mehr Engagement und Einlassen auf eine Diskussion erwartet. Ich bin seit 25 Jahren als Delegierter auf Parteitagen, aber so einen schlechten Auftritt eines CDU-Vorsitzenden habe ich noch nie erlebt. Immerhin: Zum Ausdruck kam auch, dass CDUGehe zu Amazon für weitere Produkt-Informationen! und CSU über die Differenzen hinaus zusammenhalten.“

Georg Schützinger, Delegierter aus Traunstein: „Mir war klar, dass sie nicht umgehend einen Sinneswandel hat. Aber ich glaube, sie ist auf dem richtigen Weg. Seehofer wird ihr die Meinung sagen. Ich bin Optimist.“


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