POLITIK
20/11/2015 09:36 CET | Aktualisiert 20/11/2015 09:43 CET

Alle schauen auf den Terror, dabei sieht es an den Grenzen gerade SO aus

Die Terror-Anschläge in Paris bestimmen seit einer Woche die Nachrichtenlage. Auf schnelle Berichte über Opferzahlen und die Verfolgung der Täter folgten Erlebnisberichte von Menschen, die den Attentätern entkommen sind, Analysen von Terror-Experten, Blogs, die für Toleranz und Nächstenliebe plädieren, sowie die Nachricht, dass das Hacker-Netzwerk Anonymous jetzt Jagd auf den Islamischen Staat macht.

Es war eine turbulente Woche, voller Emotionen, Diskussionen, Ankündigungen. Und es ist verständlich, dass wir in den letzen Tagen aus den Augen verloren haben, was sich gerade an Europas Grenzen abspielt. Doch jetzt ist es an der Zeit, dass wir unseren Blick auf all die Menschen richten, die verzweifelt darauf warten, irgendwo anzukommen, Schutz zu finden, vor dem, was sie aus ihrer Heimat vertrieben hat.

Zum Beispiel auf die Männer, Frauen und Kinder, die seit Mittwoch an der griechisch-mazedonischen Grenze ausharren, weil Mazedonien nur noch Flüchtlinge aus bestimmten Ländern einreisen lässt.

Nur Asylbewerber aus Syrien, dem Irak und Afghanistan sollten passieren dürfen, sagte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Belgrad, Melita Sunjic, am Donnerstag. Auch Slowenien wolle die neue Regelung anwenden, berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA.

Ein AFP-Fotograf berichtete nach Angaben der "Bild"-Zeitung von mehreren Hundert Menschen, die seit Tagen darauf warten, vorbeigehen zu dürfen.

Über die sogenannte Balkanroute, die in den vergangenen Monaten von Hunderttausenden Flüchtlingen genutzt wurde, sind Menschen aus Nahost, Südasien und Afrika nach Europa gekommen. Die meisten von ihnen wollen in Deutschland Asyl beantragen.

Die Länder entlang dieser Route befürchten jedoch, dass Tausende Flüchtlinge bei ihnen hängen bleiben werden: "Wir können niemanden ins Land lassen, von dem wir nicht sicher sind, dass er seine Reise fortsetzen kann", erklärte der serbische Sozialminister Aleksandar Vulin am Donnerstag.

Wir können aber auch nicht länger ignorieren, was sich an den Grenzen abspielt. Die Bilder, die Fotografen vor Ort gemacht haben, zeigen Menschen am Rande der Verzweiflung. Menschen die mit ihren Kindern unter Lebensgefahr Tausende Kilometer zurückgelegt haben, um ein neues Leben anzufangen - und nicht wissen, wie es jetzt weitergeht.

Seht hin:

Photo galleryFlüchtlinge an der Grenze zu Mazedonien See Gallery

Mit Material der dpa.

Umfrage des Allensbach-Instituts: 45 Prozent der Deutschen trauen sich nicht, Flüchtlings-Meinung offen zu sagen

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