ELTERN
20/11/2015 11:29 CET | Aktualisiert 21/11/2015 12:37 CET

9 Sätze, die dein Leben mit einem Kleinkind für immer verändern werden

Das Leben mit einem Kleinkind fühlt sich manchmal so an, als wollte man seine Papiere sortieren, während ein riesiger Ventilator neben einem bläst. Oder als ob man versucht, seine Zähne zu putzen, während jemand einem permanent Kekse in den Mund stopft.

Es gibt einfach diese Tage, an denen man eigentlich alles richtig macht und euer Zweijähriger trotzdem nur etwa die Hälfte zu hören scheint, was ihr sagt. Kleinkinder können einem leicht das Gefühl geben, dieses ganze Eltern-Sein nicht so wirklich draufzuhaben. Man fühlt sich wie ein totaler Versager.

Aber verzweifelt nicht. Ihr seid keine Versager. Manchmal hat auch ein Zweijähriger einfach einen beschissenen Tag. In allen anderen Fällen, liegt das Problem eventuell dort, wo die meisten Probleme zwischen Eltern und Kindern - und auch Erwachsenen untereinander - entstehen: der Kommunikation.

Hier sind neun Sätze, die euch - und auch eurem kleinen Diktator - dabei helfen werden, besser miteinander zu kommunizieren und euch (und eurem Kleinkind) einiges an Tränen zu ersparen:

1. Du bist eine tolle Hilfe

Das ist eine super Methode, seinem Kind zu sagen, dass es etwas gut gemacht hat, ohne oberflächliches Lob wie "toll gemacht" oder "gutes Mädchen" zu sagen. Außerdem bringt es durch positive Affirmation den Kindern bei, dass anderen zu helfen etwas Gutes ist, was sie gerne tun möchten. Dabei vermittelt ihr eurem Kind das Gefühl, unabhängig und vor allem selbstverantwortlich handeln zu können.

2. Du isst gerne gesund

Wer kennt nicht die Kämpfe, wenn es ums Essen geht? Dieser Satz ist besonders hilfreich, wenn euer Kind genau das Gegenteil davon macht und überhaupt nicht den Brokkoli essen will, den ihr ihm anbietet. Es ist eine viel bessere Methode, als zu sagen "er isst nicht alles".

Die Dinge, die wir als Eltern sagen, werden oft zu so genannten "Self-Fulfilling Prophecies". Indem ihr anderen Leuten - oder eurem Kind - erzählt, euer Kind sei ein schwieriger Esser, forciert ihr dieses Verhalten oft zusätzlich. Ermutigt euer Kind also lieber, dem Positiven zu entsprechen.

3. Kannst du mir zeigen, wie man ...

Wenn ein Kleinkind etwas tut, was ihr nicht möchtet, könnt ihr, statt eine Diskussion zu beginnen, einfach seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken, wie zum Beispiel: "Kannst du mir zeigen, wie man das Puzzle hier macht?" oder, "Kannst du mir zeigen, wie man das in den Einkaufswagen packt?".

4. Können wir stattdessen ...

Statt zu sagen "Geh vom Tisch runter", könnt ihr eurem Kind erklären, was ihr gerne möchtet, was es stattdessen tun soll, zum Beispiel: "Können wir versuchen, uns lieber hinzusetzen?" Wenn ihr eurem Kind dann auch noch zeigt, was es machen sollen, steigert das zudem eure Chancen auf Kooperation.

5. Du gibst dir wirklich viel Mühe

Ein weiterer guter Satz, eurem Kind Lob zu geben, indem ihr das befürwortet, was es tut, und nicht einfach oberflächliche Huldigungen aussprecht. Indem ihr anerkennt, dass sich euer Kind Mühe gegeben habt, bringt man ihm bei, dass Lob mit Arbeit verbunden ist. Auf lange Sicht stärkt man so das Bewusstsein des Kindes, dass positive Dinge eine Leistung verlangen und mit Arbeit verbunden sind.

6. Danke, dass du mir hilfst

Indem man seinem Kind zeigt, dass man seine Hilfe schätzt und dankbar dafür ist, triggert man den Effekt, dass es das gerne macht. So ermutigt man es, in Zukunft weiterhin zu helfen und vor allem, dies auch gern zu tun.

7. Danke, dass du mir zuhörst

Unser größter Wunsch als Eltern ist es doch (neben einem glücklichen Leben für unsere Kinder), dass sie uns einfach zuhören und das tun, was wir sagen. Leider funktioniert das in der Realität oft nicht ganz so gut. Eine Methode, ein Kind zum Zuhören zu ermutigen, ist - ähnlich wie beim helfen -positives Feedback zu geben, wenn sie unsere Erwartungen erfüllen.

Kinder sehnen sich nach positiver Bestätigung ihrer Eltern und der Versicherung, dass sie etwas gut machen.

8. Du bist lieb und rücksichtsvoll

Wo wir vorhin von "Self-Fulfilling Prophecies" gesprochen haben: Die funktionieren auch in die andere Richtung. Angenommen, bei eurem Kleinkind handelt es sich um die Sorte "schmeißt gerne Dinge rum und tritt um sich", kann dieser Satz besonders hilfreich sein. Ein Kleinkind daran zu erinnern, dass es eigentlich eine liebe, rücksichtsvolle, kleine Person ist, kann zu Beginn eines drohenden Wutausbruchs die Wogen wieder glätten.

9. Das hast du alles ganz allein geschafft

Alle kleinen Kinder streben nach Macht. Sie bewundern die Menschen, die ihnen überlegen sind: Eltern, Geschwister, größere Kinder. Und sie wollen so sein wie sie. Mit diesem Satz unterstützt ihr nicht nur die Unabhängig eures Kindes und dessen Streben danach, sondern baut auch sein Selbstbewusstsein auf.

Natürlich sind diese Sätze kein Wundermittel gegen jeden Wutausbruch oder trotziges Verhalten. Wie anfangs bereits erwähnt: Manchmal hat auch ein Kleinkind einfach einen beschissenen Tag. Aber jeder Wutausbruch und jede Diskussion, die vermieden werden kann - und dabei auch noch einen erzieherischen Effekt hat - ist doch einen Versucht wert, oder?

Rührendes Video: So empfinden Kinder die Fürsorge ihrer Eltern

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