POLITIK
19/11/2015 23:42 CET | Aktualisiert 21/11/2015 10:13 CET

Krieg bis 2020: Sieben-Punkte-Plan sagt die Zukunft des Terrors voraus

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Es ist eine To-Do-Liste des Horrors. Im Jahr 2005 veröffentlichte der jordanische Journalist Fouad Hussein ein Buch, mit dem Titel "Al-Zarqawi - Al-Kaidas zweite Generation". In dem beschrieb er detailliert das Weltbild und die Pläne der Terror-Organisation. Hussein gilt als sehr glaubwürdig und gut vernetzt in Al-Kaida-Kreisen. Über das Papier berichtete der "Spiegel" 2005. Ein Bericht in der "Welt" wies auf seine erschreckende Aktualität hin.

Besonders beängstigend: Al-Kaida folgte damals einem Plan zur Errichtung eins islamischen Kalifats im Irak und Syrien. Viele der dort beschriebenen sieben Stufen des Heiligen Krieges scheinen tatsächlich eingetreten zu sein. Für 2016 ist von einem "totalen Krieg" die Rede. Wie es scheint, hat heute der Islamische Staat diesen Plan übernommen.

Die erste Phase war die Stufe des "Erwachens". Sie lief von 2000 bis 2003 und ist bereits abgeschlossen. Durch die Attacken am 11. September 2001 sollten die USA zu einer harten Reaktion gegen die muslimische Welt verleitet werden und somit Muslime auf der ganzen Welt "aufwecken".

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"Anschläge sind Zeichen für Schwäche": Muslimischer Moderator rechnet ab – und verrät die mächtigste Waffe des IS

Die zweite Phase hieß "Augen öffnen". Sie wurde 2006 abgeschlossen. In dieser Phase sollte die "westliche Verschwörung" auf die "islamische Gemeinschaft" aufmerksam gemacht und eine Bewegung gegen den Westen geformt werden.

Die dritte Phase sollte 2007 bis 2010 andauern und trug den Titel "Aufstand". "Es wird einen Fokus auf Syrien geben", schrieb Hussein - vor zehn Jahren. Auch Länder wie der Irak und Jordanien sollten destabilisiert werden. Schon 2005 sollen Kader in den Irak eingeschleust worden sein. Genau in diese drei Jahre fiel später das Erstarken von Al-Kaida im Irak.

In der vierten Phase zwischen 2010 und 2013 wollte Al-Kaida verhasste arabische Regime im Nahen Osten zu Fall bringen. "Der schleichende Verlust der Macht der Regime wird zu einem stetigen Zuwachs des Einflusses von Al-Kaida führen."

In der fünften Phase sollte ein islamisches Kalifat ausgerufen werden - zwischen den Jahren 2013 und 2016. Das ist tatsächlich so eingetreten. Am 29. Juni 2014 benannte sich die Terrororganisation ISIS in "Islamischer Staat" um und rief ein Kalifat aus.

Erschreckend ist, was in der sechsten Phase passieren soll. Nach der Gründung des Kalifats solle es aber 2016 zur "totalen Konfrontation" kommen. Eine islamische Armee solle den "Kampf zwischen Gläubigen und Ungläubigen" führen.

Die siebte Phase soll der "totale Sieg" sein. Das Kalifat wird siegen, da die westliche Welt keine Chance gegen "eineinhalb Milliarden Muslime" hat, heißt es. Sie soll 2020 eintreten.

Heute ist Al-Kaida abgeschlagen - der Islamische Staat hat die Initiative übernommen. Die beiden Terrorgruppen sind zu Konkurrenten geworden. Doch der IS ist aus einem Al-Kaida-Ableger im Irak hervorgegangen und teilt mit ihr ideologische Wurzeln. Daher kann man annehmen, dass der IS weiterhin diesem Plan zur Errichtung eines Kalifats folgt.

Im Jahr 2013 kam es zum Bruch von Al-Kaida und der Vorgänger-Organisation des IS, ISIL. Der Hintergrund der Abspaltung des ISIL lag darin, dass ISIL-Führer Al-Baghdadi seine Operationen nicht auf den Irak beschränken wollte, sondern auch auf Syrien ausweiten wollte. Es war also ein Zerwürfnis über das Vorgehen - nicht über das Ziel.

Al-Kaida entwarf den Plan. Doch es scheint, als würde der Islamische Staat ihn umsetzen.

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