POLITIK
19/11/2015 16:12 CET | Aktualisiert 19/11/2015 16:12 CET

Eklat in Thüringen: AfD schickt Burschenschaftler in Innenausschuss

Torben Braga, Sprecher der Deutschen Burschenschaft
dpa
Torben Braga, Sprecher der Deutschen Burschenschaft

Die Thüringer AfD-Landtagsfraktion hat mit einem Praktikanten für einen Eklat im Innenausschuss gesorgt. Sie entsandte am Donnerstag den Bundessprecher der Deutschen Burschenschaft, Torben Braga, als ihren Praktikanten in das Gremium.

Braga wurde daraufhin auf Antrag der Koalitionsfraktionen Linke und SPD von der Sitzung ausgeschlossen. Dass die Fraktion ausgerechnet ein Burschenschaftler entsandte, ist für die Linke-Abgeordnete Katharina König ein Beleg für die "Rechtsaußen-Verbindung der AfD unter Björn Höcke".

Seit Jahren sei bekannt, dass die Deutsche Burschenschaft mit ihren Diskussionen um Arierparagrafen und Abstammungsprinzipien immer weiter nach rechts rücke, erklärte König. Braga sei zugleich Mitglied der Burschenschaft Germania Marburg, deren führende Mitglieder Verbindungen zur Neonazi-Szene aufwiesen, sagte sie.

Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Stefan Möller, sieht in dem Ausschluss von Braga hingegen eine Diffamierungskampagne. Der Rauswurf des Praktikanten verletze möglicherweise die Geschäftsordnung des Landtags. Die AfD wolle das jetzt juristisch prüfen. Die Deutsche Burschenschaft sei nicht rechtsextrem und werde auch nicht vom Verfassungsschutz beobachtet.

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