POLITIK
20/11/2015 00:10 CET | Aktualisiert 20/11/2015 00:15 CET

"Bataclan war tausendmal schlimmer als 9/11": Dieser Mann überlebte schon den zweite Terroranschlag

Daniel Psenny nahm dieses inzwischen weltberühmte Video auf
Screenshot Youtube
Daniel Psenny nahm dieses inzwischen weltberühmte Video auf

Was für ein Wiedersehen. Die französische Zeitung "Le Monde" berichtet über ein Treffen zweier Männer, die durch den Anschlag auf das Bataclan verbunden wurden.

Der französische Journalist Daniel Psenny war derjenige, der aus dem Fenster seiner Wohnung das inzwischen weltbekannte Video filmte, das Menschen zeigt, die durch einen Hinterausgang aus der Konzerthalle flüchten. Doch er filmte das Grauen nicht nur von seiner Wohnung, die genau gegenüber der Notausgänge liegt.

Text geht nach dem Video weiter

Anschläge in Frankreich: Bataclan, Stade de France, während Konzert - Videos zeigen das Grauen von Paris

Im Interview mit "Le Monde" berichtete Psenny von seinen Erlebnissen in der Nacht. Es sei wohl eine journalistische Reflexhandlung gewesen, das Ganze zu filmen. Als sich die Lage nach zehn Minuten etwas beruhigte, habe er gewagt, die Haustüre zu öffnen.

Psenny riskierte sein Leben, um zu helfen. Um den verletzten Bataclan-Überlebenden Matthew von der Straße zu retten, verließ er seine sichere Wohnung. Dabei wurde er im Kugelhagel selbst verletzt. Im Krankenhaus trafen sich die beiden Männer wieder.

Er berichtet: "Ich schaute kurz raus auf die Straße. Rechts von unserem Haus lag ein Mann. Mit einer anderen Person habe ich ihn ins Haus geholt." Dabei traf ihn eine Kugel an der Schulter. Zusammen harrten sie dann in einer Wohnung im vierten Stock aus. Ins Krankenhaus konnten sie erst nach drei Stunden. Bis dahin versuchten sie, ihre Wunden provisorisch zu versorgen. Zuvor war alles abgeriegelt.

Für das Interview trafen sich die beiden Männer wieder. Beide wurden nicht lebensgefährlich verletzt. Matthew nennt Psenny "seinen Engel".

Bei diesem Treffen wurde bekannt. Der US-Amerikaner Matthew musste schon einmal vor dem Terror fliehen. Auch beim Anschlag von 9/11 rannte Matthew vom World Trade Center aus zu Fuß um sein Leben. Dazu meint er aber gegenüber "Le Monde": "Was ich im Bataclan erlebt habe, war tausendmal schlimmer."

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