POLITIK
17/11/2015 00:06 CET | Aktualisiert 17/11/2015 05:15 CET

Sein Vater wollte ihn aus den IS-Fängen holen – aber er wurde zum Terroristen

Seine Vater versuchte ihn zu retten - doch Samy A. wurde zum Killer
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Seine Vater versuchte ihn zu retten - doch Samy A. wurde zum Killer

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Samy A. ist einer der Terroristen von Paris, ein Mörder. Doch A. ist auch ein Sohn. Sein Vater wollte ihn retten - er reiste von Paris nach Syrien, um seinen Sohn zu überreden, die Terrormiliz zu verlassen.

Im Norden Syriens stößt Mohamed auf den ersten Checkpoint Islamischen Staates (IS). Die schwarze Flagge der Terrormiliz flattert im Wind, ein Mann mit einer Kalaschnikow, Mohameds Reisegefährten applaudieren.

Der schmächtige 67-Jährige ist auf einer Mission - allerdings keiner blutigen. er will seinen Sohn zurückhaben, den 27-jährigen, der sich den Dschihadisten in Syrien angeschlossen hat. Er befürchtet, der junge Mann könne von den Soldaten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad getötet werden.

So hat es Mohamed, ein Kleiderverkäufer aus Paris, einer Journalistin erzählt. Die veröffentlichte die Geschichte in der Zeitung "Le Monde" im Dezember 2014. Fast ein Jahr später gewinnt der Bericht von der Reise im Sommer 2014 eine ungeheuerliche Aktualität.

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Denn Mohameds Sohn ist laut "Le Monde" Samy A.- einer der Attentäter im Konzertsaal "Bataclan". Gebürtiger Franzose und einer jener Angreifer, die ihrer mörderischen Ideologie am vergangenen Freitag Dutzende Menschenleben opferten - darunter das eigene.

Die Islamisten nehmen Mohamed den Pass ab, heißen ihn willkommen. "Trotz Deines Alters bist Du kämpfen gekommen!" Der Vater schlägt die Zeit tot, wartet auf das Treffen mit Samy, mit dem er nach dessen Abreise über Skype Kontakt gehalten hat.

Samy Amimour ist für die Ermittler kein unbeschriebenes Blatt. Im Oktober 2012 wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Damals soll er auch geplant haben, in den Jemen zu reisen. Im Herbst 2013 tauchte er unter.

Samy kommt auf Krücken, aus Al-Rakka. Das ist jene Hochburg der Terrormiliz IS, die Frankreich zwei Tage nach den Pariser Angriffen bombardieren sollte. "Er war mit einem anderen Typen zusammen, der uns nie alleingelassen hat", erzählt Mohamed später "Le Monde".

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"Das war ein sehr kühles Wiedersehen", sagte der der Vater. Er hat mich nicht zu sich nach Hause gebracht, hat mir weder gesagt, wie er sich verletzt hat, noch ob er gekämpft hat." Er steckt dem Sohn einen Brief der Mutter zu. Die 100 Euro im Umschlag gibt der zurück. Er brauche kein Geld, sagt Samy.

Die Kälte des Sohnes bestürzt Mohamed. Er sucht das Gespräch mit Samys Kampfgefährten. Die zeigen ihm Videos der Ihren, die den Folterknechten des syrischen Machthabers Assad zum Opfer fallen, genauso Aufnahmen mordender IS-Kämpfer. "Ich habe furchtbare Bilder gesehen", sagt Mohamed später der Zeitung.

Seine Expedition in Hitze und Minenfelder wird ein Fehlschlag. Er selbst kann wieder fahren, doch der Sohn bleibt. In Frankreich hätte ihm als dschihadistischem Kämpfer Gefängnis gedroht. Mohamed hatte gehofft, ihm beim Neustart im Ausland zu helfen. Vergeblich.

Als Samy nach Paris zurückkehrt, bringt er nur Tod und Vernichtung.

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