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16/11/2015 11:29 CET | Aktualisiert 16/11/2015 13:34 CET

Familiendrama in Vlotho: Teenager sticht auf Eltern ein - Vater stirbt

Christian Mathiesen/dpa
Nach dem Familiendrama in NRW werden die Spuren gesichert.

Familiendrama im ostwestfälischen Vlotho: Ein 16 Jahre altes Mädchen soll mit einem Messer auf ihre Eltern eingestochen und ihren Vater getötet haben. Ihre kleine Schwester hatte noch versucht sie aufzuhalten, indem sie der 16-Jährigen mit einer Glasflasche auf den Kopf schlug und dabei verletzte. Das berichtet das "Westfalen-Blatt".

Vor der Tat soll die 16-Jährige zunächst die Wohnung verriegelt sowie den Hund der Familie eingesperrt haben, so die "Bild"-Zeitung. Dann sei sie nach Mitternacht mit einem Messer in das Zimmer der Eltern gegangen. Ermittler machten dazu jedoch keine Angaben.

Traurige Gewissheit ist jedoch: Der 59-jährige Vater sei noch in der Wohnung im Erdgeschoss gestorben. Die 40 Jahre alte Mutter wurde in ein Krankenhaus gebracht. Ihre 16 Jahre alte Tochter wurde verhaftet. Die in dem Zweifamilienhaus lebenden Nachbarn hatten Polizei und Rettungskräfte benachrichtigt. Das berichtet die Polizei.

Eine Mordkommission in Bielefeld hat die Ermittlungen aufgenommen. So wurden am Vormittag Spuren in dem Zweifamilienhaus gesichert, in dem sich das blutige Familiendrama ereignet hatte. Zu den Hintergründen und Einzelheiten der Tat wollte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben machen.

Nach Einschätzung des Kinder- und Jugendtherapeuten Christian Lüdke kommen brutale Angriffe auf die eigenen Eltern im Vergleich zu anderen Delikten sehr selten vor. Auch gehe ihnen stets eine lange Geschichte voraus: "Kein Kind wird über Nacht zum Mörder seiner Eltern. Eine solche Tat steht immer am Ende einer langen psychologischen Entwicklung", sagte Lüdke.

In vielen Fällen gehe es jugendlichen Tätern bei Angriffen auf die eigene Familie darum, sich von ihren Peinigern zu befreien. "Diese Jugendlichen teilen häufig das Gefühl von jahrelanger Ohnmacht - sei es, weil sie missbraucht wurden oder sich ungeliebt oder permanent gegängelt fühlen", sagte Lüdke. "Durch Gewaltausübung verwandeln sie diese Ohnmacht in Allmacht."

Erst vor einem Monat hatte in Senden im Münsterland eine junge Frau mit einem Messer ein Blutbad angerichtet. Die 18-Jährige hatte gestanden, nach einem Streit eine frühere Freundin brutal getötet zu haben. Sie hatte erst mehrfach auf ihr Opfer eingestochen, sie getreten und gewürgt. Als Motiv vermuteten die Ermittler, dass sie nicht überwunden habe, dass sich die Freundin von ihr abgewendet hatte.

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