POLITIK
16/11/2015 02:02 CET | Aktualisiert 16/11/2015 04:05 CET

"Hat immer gelächelt und war freundlich": Das sagen seine Freunde über den Bataclan-Attentäter

Der Tatort am Sonntag
Getty
Der Tatort am Sonntag

Er wurde als erster Täter von Paris identifiziert. Ein Fingerabdruck des Daumens seiner Leiche offenbarte die Identität von Omar Ismaïl M. Er gehörte zu den Attentätern im Konzertsaal "Bataclan".

Drei Tage nach dem Anschlag werden immer mehr Deails über M. bekannt. Der am 21. November 1985 in Courcouronnes südlich von Paris geborene Mann war polizeibekannt und galt nach Berichten französischer Medien lange Zeit als Kleinkrimineller. Sein Strafregister weist demnach aus der Zeit zwischen 2004 und 2010 acht Verurteilungen für kleinere Delikte aus. Er lebte in einem Plattenbau, der "La Madeleine" genannt wird.

Ein früherer Freund des Terroristen sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Ismael war hier bei uns sehr beliebt, weil er vielen Menschen geholfen hat, denen es nicht gut ging, er hat immer gelächelt und war freundlich. Er hatte damals keinen Job, war deshalb fast immer im Hof und wir haben uns häufig getroffen. Er spielte sehr gut Fußball, war Verteidiger."

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Das wissen wir derzeit über die Attentäter von Paris

Er hob die Freundlichkeit des späteren Terroristen hervor. "Er war immer sehr gläubig, aber dabei nicht unangenehm. Er hat uns immer von den fünf Säulen des Islam berichtet und gesagt, dass er will, dass alle gute, fromme Moslems werden."

Nach Angaben seiner Bekannten sei er religiös gewesen, aber nie als Extremist aufgefallen: "Er war aber nie besonders radikal. Zumindest haben wir das nicht mitbekommen."

M. soll häufig eine Moschee in Lucé südwestlich von Paris besucht haben. Zudem werden Informationen überprüft, nach denen er sich 2014 in Syrien aufgehalten haben soll. Seine Bekannten sagen über die Moschee in Lucé: "Dort sagen alle, dass wir in La Madeleine Ungläubige sind."

Den Behörden fiel seine Radikalisierung durchaus auf. Daher legten sie nach Angaben des für Terrorismus zuständigen obersten Staatsanwalts François Molins 2010 eine sogenannte S-Kartei an. Solche Aktenverzeichnisse bekommen in Frankreich Verdächtige, die möglicherweise zu einer Gefahr für die Staatssicherheit werden könnten.

Bis zum Sonntag wurden sein Vater und sein Bruder in Polizeigewahrsam genommen. Polizisten durchsuchten die Wohnungen der beiden Männer in den Gemeinden Bondoufle nahe Paris und Romilly-sur-Seine in der Champagne. Auch vier weitere Personen aus seinem Umfeld wurden festgehalten.

Mit Material der DPA

Video zeigt, wie Polizisten im Kugelhagel in Deckung hechten

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