LIFESTYLE
13/11/2015 12:22 CET | Aktualisiert 13/11/2015 13:26 CET

Plötzlich hängen überall diese Kleider. Das ist der Grund

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Eine Künstlerin fordert Kanadier dazu auf, an einem eindrucksvollen, eintägigen Projekt teilzunehmen und rote Kleider ins Freie zu hängen. Diese stehen für die verschwundenen und ermordeten Ureinwohnerinnen des Landes.

Jaime Black, eine Künstlerin aus Winnipeg, hat The REDress Project vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Das Projekt sammelt rote Kleider aus der Gemeinschaft und hängt sie an öffentlichen Orten auf, um somit an jene zu erinnern, die nicht mehr da sind.

Die roten Kleider wurden an vielen verschiedenen Orten ausgestellt. Von Universitätsgeländen bis zumkanadischen Museum For Human Rights.

The REDress Project Ausstellung in der Universität von Winnipeg. (Photo: 1941Teddy/YouTube)

Fast 1200 kanadische Ureinwohnerinnen sind in den vergangenen 30 Jahren umgebracht worden oder spurlos verschwunden. Davon allein 225 im Jahr 2014, berichte RCMP.

In Alberta, zum Beispiel, wurden in den vergangenen 30 Jahren 206 Indianerinnen umgebracht — das entspricht 30 Prozent aller Morde an Frauen in der Provinz.

Am 4. Oktober bittet Black Frauen, rote Kleider zu spenden, ein rotes Kleid im Freien aufzuhängen oder ein rotes Kleid zu tragen.

"Durch die Installation hoffe ich, Aufmerksamkeit auf die genderspezifische und rassistische Natur von Gewaltverbrechen gegen Ureinwohnerinnen zu lenken. Außerdem will ich Aufmerksamkeit generieren, indem ich ihre Abwesenheit betone, "schreibt Black auf ihrer Webseite.

Linda Nothing hilft bei der Organisation des Projekts in Calgary. Sie sagte gegenüber "Metro News", dass viele Menschen, die das Projekt sehen, geschockt sind, dass das ein Problem in der Gesellschaft ist.

“Das Bild selbst kann zu vielen Menschen sprechen," sagte sie der Zeitung. "Wenn sich die Menschen dieser Sache nicht bewusst sind, sind sie oft schockiert und überrascht, wenn sie davon erfahren. Viele können nicht glauben, dass so etwas hier in Kanada passiert. Die Menschen sind sehr schlecht über dieses Thema informiert."

Dieser Text erschien ursprünglich bei der Huffington Post Kanada und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.

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