POLITIK
13/11/2015 07:16 CET | Aktualisiert 13/11/2015 07:21 CET

Nächstenliebe? Von wegen. Das tut die Kirche wirklich für Flüchtlinge

dpa

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Es scheint wie die pure Barmherzigkeit: Flüchtlinge in Deutschland bekommen einen Schlafplatz, Essen, Kleidung. Sie werden in Sprachkurse geschickt und für den Arbeitsmarkt fit gemacht. Viel Arbeit - vor allem für die Kirchen, die für die hilfsbedürftigen Asylsuchenden ja besonderes Engagement beweisen müssten.

Doch Zahlen beweisen, dass es mit der Nächstenliebe nicht so weit her ist, wie man denken könnte - das belegt ein Bericht von "Focus Online".

So gab das Erzbistum Köln Ende vergangenen Jahres 12,5 Millionen Euro für die Not- und Flüchtlingshilfe frei, sattelte just noch 1,3 Millionen Euro obenauf. Beeindruckende Zahlen - doch verausgabt hat sich das Bistum damit nicht: 2013 erwirtschaftete es einen Überschuss in Höhe von 59 Millionen Euro, sein Vermögen beträgt nach eigener Schätzung satte 3,5 Milliarden Euro. Die Flüchtlingsausgaben summieren sich also gerade einmal auf ein gutes Drittel Prozent des Vermögens.

Auch praktische Hilfe fällt tatsächlich eher mager aus. Zur Erinnerung: Nach Schätzung der Bundesregierung sollen in diesem Jahr eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Davon nimmt die katholische Kirche im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt 35 bis 40 auf.

Überdies lassen sich nicht wenige Kirchen Wohnungen, die sie Flüchtlingen zur Verfügung stellen, bezahlen. Der Münchner "Merkur" berichtet, dass die bayerischen Landeskirchen dafür ortsübliche Preise verlangten. So verdienen die Kirchen gar noch an der Not der Menschen, die aus Krisengebieten nach Deutschland geflohen sind - nicht ganz die typische Praxis des barmherzigen Christentums.

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