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12/11/2015 09:25 CET | Aktualisiert 12/11/2016 06:12 CET

Kate Winslet über Twitter: "Warum sollte ich mich darum scheren?"

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In Danny Boyles neuem Film "Steve Jobs" (ab 12.November 2015 im Kino) spielt Oscargewinnerin Kate Winslet Johanna Hofffmann. Sie galt als einzige Frau, die dem Apple-Visionär die Stirn bieten konnte. Bei den Vorbereitungen und Dreharbeiten für die Rolle tauchte Winslet tief in das Apple-Universum ein. Im Interview verrät die Schauspielerin nun unter anderem wieso sie noch nie getwittert hat und keinen Mac besitzt.

Wie kann eine intelligente Frau wie Joanna Hoffman es so lange mit Steve Jobs aushalten?

Den Trailer zu "Steve Jobs" sehen Sie auf Clipfish

Kate Winslet: Wir dürfen hierbei nicht vergessen, dass dies eine Geschichte und kein klassisches Biopic ist. Einige Dinge sind im Film anders als sie in Wirklichkeit passiert sind. Joanna hat nur fünf Jahre für Steve gearbeitet und sich dann anderen Dingen gewidmet.

Inwiefern war ihr Verhältnis im wahren Leben anders?

Winslet: Joanna hat Steve nicht bemuttert, sie war vielmehr wie eine Schwester oder ein Freund für ihn. Wenn ich Zeit mit Joanna verbrachte, haben wir immer in der dritten Person von dem Charakter gesprochen, denn Joanna im Film steht für mehrere starke Frauen in Steves Leben. Sie war eine Ausnahmeerscheinung, weil sie ihm die Stirn geboten hat. Sie sah ihn als ebenbürtig und hatte nie Schwierigkeiten mit seiner Hartnäckigkeit oder seinem Ehrgeiz - auch wenn er sie manchmal in den Wahnsinn trieb.

Sie hat seine Gesellschaft also genossen?

Winslet: Ja, auf jeden Fall, sie waren sehr gute Freunde. Sie mochte und respektierte ihn und war ihm gegenüber sehr loyal. Wir haben für den Film viel Zeit mit einigen Menschen in Steves Leben verbracht, Andrew Hertzfeld, John Sculley, Woz [Steve Wozniak] natürlich, und Andrea Cunningham. Und sie alle fühlten sehr viel Zuneigung für Steve und jede Menge Geschichten zu erzählen. Natürlich hatten sie alle ihren Frust mit ihm gehabt, doch keiner von ihnen war wirklich wütend auf ihn. Sie alle zeigten große Loyalität und Hingabe zu ihm und seinen Visionen.

Können Sie sich vorstellen, so lange für Jobs zu arbeiten?

Winslet: Ich kann mir nicht vorstellen, für irgendjemanden so lange zu arbeiten, einfach weil ich diese Art von Arbeitsverhältnis noch nie hatte. Ich frage mich manchmal, wie Schauspieler bei fortlaufenden Seifenopern es schaffen, ständig mit denselben Leuten zusammenzuarbeiten. Deswegen könnte ich auch nie in einem Büro arbeiten - ich würde lieber auf der Straße Suppe verkaufen.

Hat Joanna den Film gesehen?

Winslet: Ja, und sie liebt ihn. Sie hat mir eine sehr liebe E-Mail geschrieben. Und sie ließ mich Michael [Fassbender] ausrichten, wie schön es war, etwas von Steves echter Wärme auf der Leinwand zu sehen. Das fand ich fantastisch.

Besitzen Sie selbst einen Mac?

Winslet: Nein, ich habe gar keinen Computer. Wir brauchen sowieso keine mehr, diese iPhones sind ohnehin wie Mini-Computer.

Welche Regeln haben Sie zuhause in Sachen Internet-Nutzung?

Winslet: Wir haben viele Regeln. Diese Dinge können zur Sucht werden. Mein Sohn ist elf und hat noch gar kein Handy oder Smartphone. Meine Tochter, die 15 Jahre alt ist, hat mittlerweile ein iPhone. Aber soziale Medien sind tabu, und wir haben zuhause keinen Internetanschluss. Das sind einige unserer Regeln, die gibt einem aber schon der gesunde Menschenverstand vor.

Macht es Ihnen Sorgen, dass Ihre Kinder im Zeitalter der sozialen Medien aufwachsen?

Winslet: Um meine elf- und 15-jährigen Kinder mache ich mir gar keine Sorgen, das haben wir ganz gut im Blick. Um meinen zweijährigen Sohn schon eher. Er nimmt alles in die Hand und tut so, als wäre es ein Telefon. Er nimmt zum Beispiel eine Spielkarte und fängt an, diese typische Wischbewegung zu machen. Er tut nicht einmal mehr so, als würde er Knöpfe drücken. Er ist ein intelligenter Junge, aber Kinder machen einfach alles nach, und das macht mir schon Sorge.

Lesen Sie selbst manchmal fiese Sachen, die über Sie getwittert werden?

Winslet: Nein, ich war noch nie in meinem Leben auf Twitter

Sind Sie kein bisschen neugierig?

Winslet: Warum sollte ich mich einen Dreck darum scheren? Ich habe ein Leben zu leben, ich interessiere mich nicht im Geringsten dafür, was jemand auf Twitter über mich schreibt.

Zum Film "Steve Jobs"

In "Steve Jobs" erzählt Regisseur Danny Boyle, zusammen mit dem Oscar-prämierten Drehbuchautor Aaron Sorkin, die Geschichte eines der größten Computervisonäre unserer Zeit. Den Rahmen bilden die Vorgänge hinter drei wichtigen Produktpräsentationen. Neben Kate Winslet sind in dem Kino-Neustart unter anderem auch Michael Fassbender, Seth Rogen und Jeff Daniels zu sehen. Ihre Schauspielleistung, das pointierte und mit perfektem Timing geschriebene Drehbuch sowie eine exakte Spannungsdramaturgie machen diesen Film zu etwas ganz besonderem für die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung. Sie über den Film "Steve Jobs": "Der Film ist Psychodrama, großes Schauspieler-Kino, ein Feuerwerk der funkelnden inszenatorischen Einfälle, der brillanten Dialoge, der geschliffenen Duelle bestens aufgelegter Darsteller, die die Leinwand zum großen Theater werden lassen." Hierfür vergibt die Jury das höchste Prädikat "besonders wertvoll".

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