LIFE
12/11/2015 09:57 CET | Aktualisiert 12/11/2015 11:16 CET

Sie steckten einen Hund in seine Zelle. So reagiert der Häftling

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Was passiert, wenn man einem muskelbepackten Häftling einen kleinen Welpen anvertraut?

Ein amerikanisches Gefängnis hat das Experiment gewagt. Gemeinsam mit der Organisation "Leader Dogs for the Blinds" geben sie Häftlingen die Möglichkeit, etwas für die Gemeinschaft zu tun.

Vertrauenswürdige Gefängnisinsassen erhalten einen kleinen Welpen zur Pflege. Bis zu einem Jahr sind sie rund um die Uhr für den kleinen Hund zuständig. Die Männer geben dem Tier Futter, sie gehen mit ihm Gassi und schenken ihm ihre Zuneigung. Der heranwachsende Welpe erhält im Gefängnis das Training für seine spätere Tätigkeit.

Assistenzhunde für Blinde leistet einen wichtigen Beitrag

blindenhund

Das Programm verfolgt jedoch weitaus mehr als die Beschäftigung der Häftlinge. Die kleinen Welpen sollen später einmal blinden Menschen assistieren.

Ein Häftling berichtet von seinen Erfahrungen

leader dogs for the blind

"Mir wurde die seltene Gelegenheit gegeben anderen Menschen zu helfen, damit sie das Leben in vollen Zügen genießen können. Im Gefängnis gibt es so etwas normalerweise nicht", berichtet Denis Lass, der erste Häftling, der einen Welpen auf Zeit in seine Obhut nahm. Der heute sechzig Jahre alte Mann kam in seinen Zwanzigern hinter Gittern. Lebenslänglich. Das Programm ermöglicht es ihm, einen aktiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Durch sein Tun das Leben eines anderen Menschen zu verbessern. "Endlich etwas Gutes zu tun", erzählt er.

Die Erziehung und der enge Kontakt mit den kleinen Vierbeinern fördern wichtige Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Empathie und Gemeinschaftsgefühl. Für viele Teilnehmer wird der Hund zum tierischen Freund, der für eine bestimmte Zeit Halt und neue Lebensfreude hinter den grauen Gefängnismauern schenkt.

Für manche Häftlinge ist der Welpe wie ein Kind. Als Hundeväter nehmen ihre Aufgabe sehr ernst: "Es ist fast ein Wettbewerb: Welcher Welpe ist am besten erzogen, welcher hat den schönsten? Der Hund gehört schon fast zum Status des Häftlings", erzählt Susan Daniels, die Leiterin des Programms. Sie berichtet von großen Erfolgen und einer "Win-Win-Situation" für beide Seiten. Die Blindenhunde, die im Rahmen des Programms aufgezogen wurden, seien spätere stärkere erwachsene Hunde.

Der unausweichliche Abschied ist emotional

welpen gefängnis

Nachdem der Hund seine Ausbildung im Knast abgeschlossen hat, heißt es Abschied nehmen. Die Häftlinge haben ihren Schützling ins Herz geschlossen, es fällt nicht leicht, dem liebenswerten Wesen Tschüss zu sagen. Oft unter Tränen entlassen ihn die Insassen in die Freiheit, während sie hinter Gittern bleiben.

Das Video zeigt rührende Szenen aus dem Gefängnis-Alltag

blindenhunde

Das Video gibt berührende Einblicke in das Programm. Es beginnt mit dem Zitat der taubblinden Schriftstellerin Hellen Keller: "Alleine können wir so wenig, gemeinsam so viel tun." Leader Dogs for the Blind ist weitaus mehr, als ein humanitäres Projekt. Die Ausbildung verändert das Leben von Häftlingen und Blinden nachhaltig. Es schafft Verbindungen vom Knast in die Außenwelt und zeigt eindrücklich, dass jeder einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten kann.

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