POLITIK
11/11/2015 12:40 CET | Aktualisiert 16/11/2015 06:01 CET

Karla Jacinto war Opfer von Menschenhändlern in Mexiko: "Ich wurde mehr als 43.200 Mal vergewaltigt"

Karla Jacinto in CNN
CNN
Karla Jacinto in CNN

Mexiko ist berüchtigt. Für eine der höchsten Mordraten der Welt. Für Drogenhandel. Und Menschenhandel. Auch mit Kindern.

Der US-Sender CNN berichtet über eine besonders dramatische Geschichte. Die Geschichte von Karla Jacinto.

Karla ist heute 23 Jahre alt – und riskiert ihr Leben, indem sie ihre Geschichte den Medien, ja sogar im Vatikan erzählt. Sie legt sich damit nicht nur mit einzelnen Verbrechern an. Sondern mit einer Industrie. Einer Sex-Industrie.

Die große Liebe entpuppte sich als Teufel

Karla war zwölf Jahre alt, als sie in Mexico City einen jungen Mann kennenlernte. 22 war er, aus Tenancingo. Er bot ihr nette Worte, Süßes, Kleidung – Dinge, die Karla von zu Hause nicht kannte, wo sie seit ihrem fünften Lebensjahr von Verwandten missbraucht wurde. Sie ging mit dem jungen Mann. Direkt in die Hölle.

Tanancingo, eine Stadt mit 13.000 Einwohnern, ist berüchtigt dafür, Minderjährige anzulocken und zur Prostitution zu zwingen. „Das läuft dort seit Generationen so, es ist eine Industrie“, sagte Susan Coppedge, US-Sonderbotschafterin im Kampf gegen Menschenhandel, zu CNN.

Mehr als 43.000 Mal vergewaltigt

Für Karla beginnt ein Martyrium, das vier Jahre dauern wird. Vier Jahre, in denen sie als Zwangsprostituierte jeden einzelnen Tag bis zu 30 Männer bedienen muss. Wenn sie den Wahnsinn hochrechnet, kommt sie auf 43.200 Vergewaltigungen. Es ist eine unvorstellbare Zahl.

Ihr Zuhälter schlägt sie mit einer Kette, spuckt ihr ins Gesicht. Fügt ihr Verbrennungen zu. Nimmt ihr das Baby weg, das sie im Alter von 15 Jahren zur Welt bringt.

Eines Tages, da ist Karla 13, schließt die Polizei das Bordell für eine Razzia - nur um sich selbst mit den Mädchen zu vergnügen. Vier Stunden lang. Sie filmen die Mädchen und drohen, die Bilder deren Familien zu schicken. Einige von ihnen sind gerade mal zehn Jahre alt.

Auch Priester sollen sich in dem Bordell an den Kindern vergangen haben, sagt eine Opfer-Anwältin im Interview mit CNN.

Wie viele noch?

2006 wurde Karla im Zug einer Operation gegen Menschenhandel befreit. Aber wie viele Kinder werden wohl jetzt noch jeden Tag missbraucht? Karla hat ihre Geschichte öffentlich gemacht, um dazu beizutragen, dass der grausame Menschenhandel endlich ein Ende hat. Unter dem Hashtag #FlyToFreedom sollen User jetzt weltweit dem Menschenhandel den Kampf anzusagen, indem sie Papierflieger mit ihren Botschaften fliegen lassen.

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