POLITIK
10/11/2015 23:24 CET | Aktualisiert 11/11/2015 00:55 CET

Peinlich - US-Militär ließ sich Spielzeugdrohnen für 240.000 US-Dollar andrehen

Es scheint eine deutsche Angewohnheit zu sein. Nicht funktionierende Militärtechnik zu überhöhten Preisen zu kaufen, scheint ein Fettnäpfchen zu sein, in welches das deutsche Verteidigungsministerium besonders gerne tappt. Aber ein Bericht von "Vice" zeigt, dass dies auch den Amerikanern passiert.

Das US-Militär soll eine Mini-Drohne für 240.000 US-Dollar gekauft haben. Insgesamt wurden vier Geräte für zusammen etwa eine Million US-Dollar gekauft. Dann kam raus: Vergleichbare Geräte waren schon für 5000 Dollar zu haben - beim Online-Händler Amazon. Aua!

Diese Erkenntnis brachte ein Rechtsstreit zwischen zwei Drohnenherstellern. Bei dem Streit geht es um die Drohe Maveric Microdrone. Die wiegt nur 1,5 Kilogramm Gewicht und hat eines Spannweite von etwa 75 Zentimetern. Das Modell ist so gestaltet, dass es vom Boden aus wie ein Vogel aussieht.

Das Unternehmen Condor Aerial klagte gegen den Militär-Zulieferer Prioria Robotics. Condor Aerial sollte eigentlich zivile Versionen der Drohne vertreiben. Doch das Unternehmen stellte fest, dass die von Prioria Robotics gelieferten Geräte nicht die angegebenen Leistungen erbrachten.

Condor Aerial klagte. In einer Klageschrift, aus der "Vice" zitiert, heißt es: "In vielerlei Hinsicht nutzen die Drohnen Techniken und besitzen Eigenschaften, die vergleichbar sind mit Geräten, wie man sie bei Amazon oder bei der Hobby-Industrie finden kann."

Nicht nur das. "Tatsächlich bieten einige Hobbymodelle … eine längere Flugdauer und eine besser auflösende Kamera für unter 5000 Dollar an als das Maveric-System", schrieb Condor Aerial.

Nenne es Militärtechnik - und verlange den 50-fachen Preis. So funktioniert anscheinend das Geschäft mit den Drohnen.

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