POLITIK
10/11/2015 10:11 CET | Aktualisiert 10/11/2015 10:29 CET

"Respektlos gegenüber dem Christentum": Wuppertaler Hauptschule verbietet Schülerin Kopftuch

dpa

Diese Entscheidung dürfte mal wieder für Diskussionen sorgen. Eine Wuppertaler Hauptschule verbietet einer jungen Muslima ihre Kopfbedeckung. In einem Schreiben fordert die Schulleiterin die Eltern des Mädchens vielmehr sogar auf, die 15-Jährige an einer anderen Schule anzumelden. Die "Westdeutsche Zeitung" berichtet darüber.

Dabei hatte das Bundesverfassungsgericht kürzlich noch entschieden, dass ein Kopftuchverbot für Lehrer gegen das Grundgesetz verstößt. Im Falle der Schülerin sieht die Laurentius-Schule in Wuppertal, eine katholische Einrichtung, das aber anders. "Aus Respekt vor unserem Glauben gilt für unsere Schüler auf unserem Gelände ein Kopftuchverbot", heißt es in einem Brief an die Familie der 15-jährigen Rojda Keser.

Die reagiert entsetzt. "Es ist unfassbar", sagt der Bruder Mustafa Keser laut "Westdeutscher Zeitung. "Wir leben seit 24 Jahren hier, sind gut integriert und haben so etwas noch nie erlebt". Er habe seine Schwester Rojda am Montag zur Schule begleitet. "Doch die Lehrerin hat ihr nicht erlaubt, am Unterricht teilzunehmen." Rojda selbst sagt demnach: "Die Schulleiterin hat mich angeschrien, mein Verhalten sei respektlos dem Christentum gegenüber.“

Dabei kennt die katholische Kirche kein Kopftuchverbot. Auch die Bezirksregierung Düsseldorf wies darauf hin, dass es Schülern ausdrücklich erlaubt ist, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen. Ein Alleingang der Schule also. Die aber wollte sich der Zeitung gegenüber nicht äußern.

Rojdas Bruder behält sich rechtliche Schritte vor: "Wir nehmen das so nicht hin. In der Schulordnung habe ich keinen Hinweis auf ein Kopftuchverbot gefunden."

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