WIRTSCHAFT
10/11/2015 17:10 CET | Aktualisiert 26/01/2016 07:05 CET

Pestizidfrei und trotzdem schädlich: Dieses versteckte Gift lauert in Bio-Produkten

dpa
Bio-Lebensmittel im Supermarkt

Bio: Das klingt lecker, gesund und umweltschonend. Aber seit einigen Jahren stehen viele der Bio-Produkte in der Kritik. Sie sind stärker mit Pestiziden belastet sein, als der Käufer ahnt, warnen Verbraucherschützer.

Vor allem bei den Verpackungen von Bio-Lebensmitteln sehen die Kritiker das Problem. Denn die Mineralöle darin könnten für den Menschen schädlich sein. Die ARD-Sendung "Haushaltscheck“ hat sich deshalb die Verpackungen von Lebensmitteln aus Bio-Läden genauer angesehen.

Schokolade und Reis im Labor getestet

Für den Test hat das Team drei zufällig ausgewählte Schokolade- und Reissorten ins Labor geschickt: aus dem Supermarkt, dem Discounter und dem Bio-Laden. Die Wissenschaftler untersuchten die Proben nach Mineralölbestandteile, um festzustellen, wie viel von den gefährlichen Mineralölen aus der Verpackung in das Lebensmittel übergegangen sind.

Dafür suchten die Forscher nach verschiedenen giftigen Stoffen - unter anderem nach MOAH ("mineral oil aromatic hydrocarbons"). Das sind aromatische Kohlenwasserstoffe, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen.

Bio-Produkte besonders belastet

Das Ergebnis: In einigen der Lebensmittel stellte das Team der Sendung diese krebserregenden Mineralölreste fest – besonders die Bio-Produkte fielen durch hohe Werte auf.

Im Bio-Reis fanden die Forscher knapp 10 mg pro Kilo von dem gefährlichen Stoff. Das bewertet der Experte in der Sendung als bedenkliche Menge. Auch die Bio-Schokolade hatte erhöhte Werte, die Wissenschaftler aus dem Labor nicht nur als bedenklich, sondern sogar als "mangelhaft“ einstufen.

Spannend: Die Produkte aus dem Supermarkt und dem Discounter erzielten viel bessere Werte als die Bio-Lebensmittel. (Die genauen Werte könnt ihr hier nachlesen.)

Auch BfR und Foodwatch warnen vor Mineralölen in Verpackungen

Zwar sind das nur Ergebnisse von Stichprobentests der ARD-Sendung "Haushaltscheck". Doch auch das Bundesinstitut für Risikoberwertung (BfR) rät auf seiner Webseite, möglichst wenig Lebensmittel zu essen, bei denen diese Gefahr besteht.

Noch drastischer hat das die Verbraucherorganisation Foodwatch vor wenigen Wochen formuliert und explizit auf die Gefahr durch Mineralöle in Verpackungen hingewiesen. "So umweltfreundlich das Recycling von Altpapier auch ist, als Lebensmittelverpackung kann daraus ein echtes Gesundheitsrisiko werden", sagt Luise Molling von Foodwatch zu "Spiegel Online“.

Bei einer Stichprobe fanden die Experten von Foodwatch in neun von 42 Produkten Rückstände von Mineralöl.

Die Verbraucherorganisation fordert daher, die Lebensmittel mit Hilfe von Innenbeuteln oder Beschichtungen vor den Druckfarben auf den Verpackungen zu schützen. Außerdem solle die EU Grenzwerte einführen.

Ist das Bio?: Ihr werdet nicht glauben, was Restaurantkritiker zu Essen von McDonald’s sagen

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite