POLITIK
10/11/2015 11:41 CET | Aktualisiert 10/11/2015 13:55 CET

Helmut Schmidt ist tot - "Er wird uns fehlen": So trauert Deutschland um den Altkanzler

"Lasst sie pleitegehen" - Helmut Schmidt über die Bankenkrise

dbate: Ein historisches Gespräch zwischen Peer Steinbrück und dem Altkanzler.

Deutsche Politiker, Publizisten und Wirtschaftsgrößen haben mit Bestürzung auf den Tod von Altkanzler Helmut Schmidt reagiert. Im Alter von 96 Jahren ist er heute in Hamburg an den Folgen eines Krebsleidens verstorben.

Die Sozialdemokraten erfuhren während der laufenden Fraktionssitzung im Bundestag vom Tod des früheren SPD-Bundeskanzlers. Sie legten eine Schweigeminute ein. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte zu den Abgeordneten, es sei nun leider eingetreten, was alle befürchtet hätten. Später drückte er sein Bedauern auch nochmal via Twitter aus:

Zum Tode Schmidts äußerten sich Größen aller Parteien. CDU-Vize Julia Klöckner sagte:

"Mit Helmut Schmidt verliert Deutschland einen der profiliertesten Politiker des 20. Jahrhunderts. Seine Prinzipientreue und Geradlinigkeit waren beispielhaft. Seine Standhaftigkeit als Krisenmanager während der Sturmflut in Hamburg und zu Zeiten des RAF Terrors bleiben unvergessen. Seine klugen Kommentare zur Zeitgeschichte werde ich vermissen."

FDP-Chef Christian Lindner bekundete in einem Statement:

"‚Leitender Angestellter der Republik‘ – diese nüchterne Tätigkeitsbeschreibung von Helmut Schmidt zeigt, was er verkörperte und was dem Land fehlt: Managementqualität, Gestaltungs- und Führungswille. Schmidt wurde durch Krisen groß, die er klein machte. Heute wird Politik oft klein, weil sie Krisen groß macht. Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gilt seiner Lebensgefährtin und seiner Familie.“

Vize-Kanzler Sigmar Gabriel zeigt sich ebenfalls bestürzt über den Tod des Altkanzlers:

Peter Tauber (CDU) äußerte als einer der ersten via Twitter sein Beileid.

Kristina Schröder twittert von der CDU-Fraktionssitzung, dass Bundeskanzlerin Merkel eine kurze Gedenkrede für den verstorbenen Kanzler hält:

Helmut Schmidt wirkte bis zuletzt nicht nur als Politiker, sondern auch als Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit". In einer Erklärung auf "Zeit Online" heißt es am Dienstagnachmittag:

"Als Herausgeber der ZEIT, zeitweise auch als ihr Verleger und Geschäftsführer, hat er 32 Jahre lang über die Geschicke unseres Blattes gewacht. Wir verlieren einen scharfsinnigen Ratgeber, einen verlässlichen Wegbegleiter und guten Freund. Wir werden Helmut Schmidt unendlich vermissen."

Neben der "Zeit" würdigten auch andere deutsche Zeitungen den verstorbenen Alt-Kanzler mit einem Nachruf.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt über Helmut Schmidt:

"Was die Menschen an ihm mochten, ist das, was sie an ihm hassten, als er Bundeskanzler war in diesen knapp acht Jahren von 1974 bis 1982. Direkt, schroff, eitel: Das sind Attribute, die mit ihm in Verbindung gebracht werden."

In einem Nachruf des "Kölner Stadt-Anzeiger" heißt es:

"Schmidt hatte stets eine Antwort parat - mal mäandernd lang in seinen Büchern, mal kurz und pointiert wie in der kleinen Interviewreihe „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“. Sie machte ihn im hohen Alter zum Idol einer Generation, die von jenen Lehrern genervt war, die in ihrer Jugend Willy Brandt verehrt hatten. Eine späte Genugtuung."

In den Stuttgarter Nachrichten wird das politische Dilemma des ehemaligen Bundeskanzlers betont.

"Andere Kanzler werden mit großen Themen in Verbindung gebracht. Konrad Adenauer mit der Westbindung, Willy Brandt mit der Ostpolitik und Helmut Kohl mit der Wiedervereinigung. Für Helmut Schmidt gab es dieses große Thema nicht, er hatte Krisen zu bewältigen."

So reagierten andere auf den Tod von Schmidt:

Sogar der Humorist Loriot würdigte Helmut Schmidt einst einen Sketch:

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