POLITIK
10/11/2015 16:44 CET | Aktualisiert 10/11/2015 16:44 CET

"Friedlich gestorben": Arzt von Helmut Schmidt schildert die letzten Stunden des Altkanzlers

dpa

Helmut Schmidts politische Entschlossenheit war legendär. Aber auch gesundheitlich ließ sich der Altkanzler nach Worten seines Arztes Prof. Heiner Greten nie unterkriegen.

Nach Aussage von Greten ist der Altkanzler am Dienstag friedlich in seinem Bett verstorben. Der Hamburger Herz- und Gefäßspezialist behandelte den SPD-Politiker seit über 30 Jahren und war ein enger Freund. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur nannte er Schmidt einen "absoluten Kämpfer". Der Altkanzler habe in seinem Leben viele schwere Krankheiten überstanden.

"Ich war dabei. Ich war zwei, drei Stunden vorher schon im Haus", sagte der Arzt der Deutschen Presseagentur. "Er ist sehr friedlich und entspannt, allerdings ohne Bewusstsein wie schon in den vergangenen Tagen über, eingeschlafen und verstorben."

"Er wollte immer zu Hause sterben"

Er habe keine Schmerzen gehabt, sagte Greten. "Ärzte können die Schmerztherapie immer so gestalten, dass der Patient schmerzfrei ist. Er war sicher schmerzfrei. Er wollte immer zu Hause sterben, und er ist zu Hause gestorben."

In der Stunde seines Todes waren außer dem Pflegepersonal laut Greten nur Schmidts Lebensgefährtin und seine Tochter Susanne mit ihm im Haus. Weil er nicht mehr bei Bewusstsein gewesen sei, habe der Altkanzler sich am Tag seines Todes nicht von seinen Lieben verabschieden können. Nach Aussage des Arztes war Schmidt das letzte Mal vor ein oder zwei Tagen bei Bewusstsein.

Der Altkanzler sei in seinem Zimmer gestorben, sagte Greten der dpa. Die Todesursache sei das Versagen von vielen Organen gewesen. "Ich denke, zum Schluss hat er einfach aufgehört zu atmen", so der Arzt. "Er ist sehr, sehr friedlich gestorben."

"Schließe nicht aus, dass Schmidt resigniert war"

Schmidt habe schon viele schwere Krankheiten durchgemacht, die er alle "bewunderungswürdig" überstanden habe, sagte Greten weiter. "Jetzt zum Schluss war die Krankheit per se eigentlich nicht so schwierig. Ich glaube, man muss einfach sagen, dass sein körperlicher Zustand insgesamt dazu beigetragen, dass er gestorben ist."

Die Krankheiten zuvor seien zum Teil schwierig gewesen. "Die hat er alle gut überstanden. Aber jetzt zum Schluss kam eben diese schwere Erkrankung der Beine hinzu, bei der die Arterien der Beine verschlossen waren."

Der Arzt schließt nicht aus, dass Schmidt am Schluss auch "etwas resigniert" war. "Er war ein absoluter Kämpfer", sagte er der dpa.

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