POLITIK
10/11/2015 02:37 CET

Familiennnachzug & Co.: 4 Asylbegriffe, die ihr jetzt kennen müsst

dpa

Die deutsche Politik streitet über eine Begrenzung des Familiennachzugs. Aber was spielen primärer und subsidiärer Schutz dabei für eine Rolle? Und was ist der Unterschied zwischen Asylberechtigten und Flüchtlingen, die unter die Genfer Konvention fallen?

Das sind die wichtigen Asylbegriffe:

1. Asylberechtigte

Asylberechtigte erhalten „primären Schutz“. Das bedeutet, sie haben ein Aufenthaltsrecht für drei Jahre und ein Recht auf Familiennachzug.

Anspruch auf Asyl im ursprünglichen Sinne haben nach den Bestimmungen des Grundgesetzes nur Menschen, die „politisch” verfolgt werden (Artikel 16a). Eine allgemeine Gefährdung etwa durch einen Bürgerkrieg reicht dafür nicht aus.

2. „Flüchtlinge unter internationalem Schutz“

Die meisten Syrer erhalten daher bisher den Flüchtlingsstatus gemäß der Genfer Konvention. Zu den sogenannten „Flüchtlingen unter internationalem Schutz“ gehören neben politisch Verfolgten auch Menschen, die wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Rasse, Religion oder „sozialen Gruppe“ verfolgt werden.

Eigentlich muss der Betroffene im Einzelfall nachweisen, dass er bedroht ist – doch die Einzelfallprüfung ist in Deutschland seit November 2014 ausgesetzt. Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern erhalten fast automatisch den Flüchtlingsstatus und sind somit Asylberechtigten rechtlich gleichgestellt.

3. „Subsidiärer Schutz“

Subsidiären Schutz erhalten Personen, die weder Flüchtlingsstatus noch Asylstatus haben, denen aber in ihren Herkunftsländern ein ernsthafter Schaden droht – zum Beispiel durch Folter, die Todesstrafe oder willkürliche Gewalt im Bürgerkrieg.

Sie bekommen zunächst nur eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr. Außerdem erlaubt der subsidiäre Schutz nach den neuesten Plänen der großen Koalition bald keinen Familiennachzug mehr.

4. Familiennachzug

Normalerweise darf jeder Flüchtling, der eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland hat, seine minderjährigen unverheirateten Kinder oder den volljährigen Ehepartner nachholen.

Andere Familienangehörige haben in der Regel keinen Anspruch auf Familiennachzug. Über besondere Härtefälle entscheiden die Behörden individuell.