POLITIK
09/11/2015 17:40 CET

Tausende Pegida-Anhänger demonstrieren in Dresden: drei traurige Fakten

dpa

Es ist kein Zufall, dass sich Anhänger der rechtspopulistischen Bewegung Pegida den 9. November als Datum für ihre Kundgebung ausgesucht haben: An diesem Tag vor 77 Jahren zogen Nazis in der Reichspogromnacht marodierend durch die Straßen, um Juden einzuschüchtern. Um Einschüchterung ging es wohl auch den Tausenden Menschen, die in Dresden auf die Straße gingen, um flüchtlingsfeindliche Parolen abzusondern.

Ihnen allerdings stellten sich - wie in München - Tausende Gegendemonstranten in den Weg. Dennoch bleibt ein klarer Eindruck: Die Rechtspopulisten sind gefährlich. Das sind drei Fakten zu ihrem Demonstrationszug:

1. Pegida ist in Dresden geschrumpft

Rund 6000 Menschen gingen für Pegida auf die Straße, wie Reporter der Nachrichtenagentur dpa schätzen. Damit sammelte die Bewegung mehr Anhänger in der Dresdner Innenstadt als die Gegenbewegung "Herz statt Hetze", die rund 5000 Menschen mobilisierte. Vor einer Woche hatte Pegida allerdings noch 8000 Demonstranten in die Stadt bewegt - ein deutlicher Rückgang.

2. Bachmann verharmlost Hitler

In einer Ansprache vor den Demonstranten sagte Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann, man dürfe die deutsche Geschichte nicht auf zwölf Jahre unter einem "irren Diktator" reduzieren. War Adolf Hitler tatsächlich nur das - und kein mahnendes Beispiel für den Umgang von Deutschen mit anderen Völkern? Zynisch forderte Bachmann seine Anhänger schließlich noch auf, schweigend zu marschieren - wohl aus einem angeblichen Respekt für die Ereignisse, die vor 77 Jahren stattgefunden haben.

3. Gewaltfrei kann Pegida nicht

Trotz eines geplanten friedlichen Marsches ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen - wenn auch kleinerer Natur. Gegen 21 Uhr kam es zu einer Rangelei zwischen rund 30 Pegida-Anhängern und Demonstranten von "Herz statt Hetze". Die Polizei schritt ein, es gab eine Festnahme.

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