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09/11/2015 03:43 CET | Aktualisiert 09/11/2016 06:12 CET

Guido Westerwelle zwischen Todesangst und Glücksmomenten

Guido Westerwelle spricht über den Krebs.
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Guido Westerwelle spricht über den Krebs.

Comeback mit einem bewegenden Thema: Ex-Außenminister Guido Westerwelle (53, FDP) sprach am Sonntagabend erstmals im Fernsehen über seine Krebs-Erkrankung. Gleichzeitig präsentierte er sein Buch "Zwischen zwei Leben: Von Liebe, Tod und Zuversicht", das ebenfalls vom dramatischen Kampf des Politikers gegen die Krankheit handelt - und am Dienstag erscheint. Das Verfassen des Buches habe ihm dabei geholfen, die Diagnose zu verarbeiten, erklärte er Talkshow-Gastgeber Günther Jauch (59) im Ersten.

Knochenmarkspende schenkt zweites Leben

Vor eineinhalb Jahren hatte Westerwelle erfahren, dass er an akuter myeloischer Leukämie erkrankt war. Wenige Monate später, im Herbst 2014 erhielt er eine Knochenmarkspende, die ihm ein "zweites Leben schenkte", wie er es nennt. Was ihm geholfen hat, wünscht der gebürtige Bad Honnefer jetzt auch anderen. Seine Bitte: "Lassen Sie sich alle registrieren! Es kostet nichts, es tut nicht weh", es werde nur ein Wattestäbchen mit einer Probe entnommen.

Nach der Chemotherapie

Nach einer Routine-Operation am Meniskus kam der schicksalhafte Zufallsbefund: "Es stellte sich heraus, dass ich Krebs habe." Chemotherapie und Stammzellen-Transplantation ließ er über sich ergehen. Vor allem nach letzterer hatte er "Todesangst", wie er erzählt, nachdem er auf eine Infusion mit einem allergischen Schock reagierte. "Ich war nicht mehr Herr meiner Sinne, dachte, so fühlt es sich an, das Sterben", so Westerwelle weiter.

Doch es gab auch immer wieder echte Glücksmomente: "Als ich zum ersten Mal nach der Chemotherapie wieder das Krankenhaus verlassen durfte, war das wie eine Reise zum Mond", erinnert sich der prominente Talkshow-Gast. Einfache Dinge wie "die Farben, das Licht, die Bäume, [...] ein Sonnenaufgang" hätten ihn glücklich gemacht. Insgesamt sei es aber ein "unglaubliches Glücksgefühl" am Leben zu sein, sagte Westerwelle.

Und noch eine wichtige Erfahrung teilt er mit Gastgeber Jauch und seinem Publikum: "Der Krebs macht alle Menschen gleich, so wie der Tod alle Menschen gleich macht." Promi oder nicht, das mache keinen Unterschied mehr, "wenn man im Bademantel über den Krankenhausflur" gehe, so Westerwelle.

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