POLITIK
08/11/2015 04:54 CET | Aktualisiert 08/11/2015 04:54 CET

Angestellter am Scharm-el-Scheich-Flughafen enthüllt katastrophale Sicherheitsmängel

Angestellter am Scharm-el-Scheich-Flughafen enthüllt katastrophale Sicherheitsmängel
dpa
Angestellter am Scharm-el-Scheich-Flughafen enthüllt katastrophale Sicherheitsmängel

Am ägyptischen Flughafen Scharm el-Scheich sind Sicherheitsvorkehrungen offenbar in großem Stil vernachlässigt worden. Die britische Zeitung „The Independent on Sunday“ berichtet hat mit einem Flughafenmitarbeiter über die Überwachung der für das Gepäck zuständigen Arbeiter gesprochen.

Eigentlich sollten sie dem Bericht nach permanent Videoüberwacht werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das tatsächlich passiere, stehe bei 50 zu 50, zitiert die Zeitung den Mitarbeiter. „Und es kommt auch vor, dass gar keiner dort ist.“

Die Videoüberwachung sei aber nicht nur in der Gepäckabfertigung ein Problem, sondern überall auf dem Flughafen. „Es gibt viele kaputte Überwachungskameras im Flughafen Scharm el-Scheich.“

Experten vermuten, dass Terroristen eine Bombe in den Frachtraum des russischen Metrojet-Airbus geschmuggelt haben, der am Samstag vergangener Woche mit 224 Menschen an Bord kurz nach dem Start in Scharm el-Scheich abgestürzt war.

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Aus Sicht der EU gelten alle Flughäfen außerhalb der Europäischen Union als „unclean“, also als nicht sicher. Die Gesetze zur Flughafensicherheit wurden mehrmals verschärft, unter anderem 2010. Als "unclean" gilt laut "Süddeutscher Zeitung" jede Kontrolle, die nicht nach EU-Norm abläuft – unabhängig davon, wie streng die Kontrollen wirklich sind. USA, Kanada und Israel etwa gelten als Staaten mit hohem Standard. Damit insbesondere die Umsteiger nicht jedes Mal kontrolliert werden, gibt es aber Vereinbarungen etwa mit den USA, gegenseitige Kontrollen anzuerkennen.

Aufgrund einer EU-Richtlinie werden Passagiere derzeit besonders strengen Kontrollen unterzogen. Wie die „Welt“ am Samstag berichtete, werden Reisende zusätzlich nach dem Zufallsprinzip auf Sprengstoff untersucht. Dank hochsensibler Geräte könne man innerhalb von Sekunden klären, ob jemand mit solchen Stoffen Kontakt hatte.

Die EU hat im Frühjahr gegen Deutschland geklagt, weil hierzulande die Kontrollen der Sicherheitsvorschriften zu lasch gehandhabt würden.

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