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09/11/2015 00:02 CET | Aktualisiert 09/11/2015 01:15 CET

"Ein Leben lang verfolgen": Wer schickt der DFB-Staatsanwältin diese Drohbriefe?

DFB-Chef Wolfgang Niersbach
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DFB-Chef Wolfgang Niersbach

Die DFB-Affäre lässt die Emotionen hochkochen.Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, bekommt die mit dem Verfahren betraute Oberstaatsanwältin Nadja Niesen regelmäßig Drohmails.

Ihr kommt eine Flut des Hasses entgegen. "Um Jura zu studieren, muss man wirklich nichts können und blöd wie DDR-Brot sein", heißt es in einer Mail an die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Ein anderer Absender versucht, sie sogar zu erpressen. "Wenn sie den DFB vor Gericht stellen, würde ich an ihrer Stelle aufpassen", schreibt ein anderer in schlechtem Deutsch.

Seine Forderungen: Sie solle in der Presse sagen, dass die Ermittlungen gegen den DFB fallen gelassen wurden und außerdem noch 30.000 Euro per Western Union überweisen - dann würde der Absender nicht nur sie und ihre Familie am Leben lassen, sondern ihr auch gleich noch verraten, wohin die rätselhaften 6,7 Millionen Euro tatsächlich geflossen sind.

Das könnte nach hinten losgehen. Nach Angaben der "Bild" wurde die Mail an die Kripo weiter geleitet. Die solle Ermittlungen wegen versuchter räuberischer Erpressung aufgenommen haben. Dem Absender der Mail droht mindestens ein Jahr Gefängnis.

Die DFB-Spitze ist im Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hatte Ermittlungen gegen den Präsidenten Wolfgang Niersbach und dessen Vorgänger Theo Zwanziger aufgenommen. Die Behörde durchsuchte vergangen Woche die Wohnungen von Niersbach, Zwanziger und auch des früheren DFB-Generalsekretärs Horst R. Schmidt.

Heute wird Niersbach von anderer Seite unter Druck geraten. Am Nachmittag trifft sich zunächst das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes, anschließend wird der DFB-Chef den Vertretern der Regional- und Landesverbände Antworten liefern müssen.

Der Verdacht gegen ihn erhärtet sich mehr und mehr. Zuletzt hatten handschriftliche Notizen auf einem Briefentwurf aus dem Jahr 2004 für erneuten Wirbel in der WM-Affäre gesorgt. Sollten diese tatsächlich von dem 64-Jährigen stammen, wäre klar, dass er nicht wie behauptet erst in diesem Sommer von dem dubiosen Millionentransfer im Zuge der Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft 2006 erfahren hätte.

Steuer-Fahnder stürmen DFB-Zentrale und Niersbachs Haus - Gefängnisstrafen drohen

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