POLITIK
07/11/2015 10:09 CET | Aktualisiert 07/11/2015 10:25 CET

Putin-Gegner Kasparow: "Russland ist ein Mafia-Staat - und Putin der Pate"

AP
Was Putins ärgster Feind hier sagt, könnte gefährlich für ihn werden

Er ist einer der größten politischen Gegner von Russlands Präsident Wladimir Putin: Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow. Wie groß seine Abneigung gegen die Politik der Moskauer Regierung ist, zeigte er zuletzt im März. Da nannte Kasparow Putin ein "Krebsgeschwür", mit dem man nicht verhandeln könne.

Jetzt hat Kasparow im "Spiegel" nachgelegt und Putin erneut heftig attackiert. "Russland ist heute ein Mafiastaat und Putin sein oberster Pate", sagte der Sohn russisch-armenischer Eltern.

"Putin bedient sich faschistischer Propaganda"

Putins Regime sei wirtschaftlich angeschlagen, es könne seinen Bürgern nichts mehr bieten, sagte er dem Blatt. "Deshalb muss Putin eine aggressive Außenpolitik betreiben, seinem Volk das Märchen vom russischen Stolz und zurückgewonnener Großmachtstärke auftischen, wobei er sich faschistischer Propaganda bedient".

Kasparow kritisierte zudem die Untätigkeit des Westens. "Putin führe sich von der Ukraine bis Syrien als neuer Feldherr der Welt auf und feiert Siege – während der amerikanische Präsident nur zuschaut und Europa schläft", sagte der Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Human Rights Foundation. Das Verhalten des Westens gegenüber Putin sei "eine politische und moralische Kapitulation", sagte er.

"Nemzow wurde umgebracht"

Kasparow hatte Putin vor einigen Monaten vorgeworfen, dieser habe den Kremlkritiker Boris Nemzow in Moskau ermorden lassen. "Nemzow wurde umgebracht, weil er umgebracht werden konnte, sagte er.

Kasparow lebt nicht in Russland. Er galt lange als treibende Kraft der liberalen Opposition, wird allerdings wegen seines Exils in Russland kaum noch wahrgenommen.

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