POLITIK
06/11/2015 10:45 CET | Aktualisiert 06/11/2015 17:27 CET

Warum der Körper dieses Babys das Rätsel um den Metrojet-Absturz lösen könnte

Immer noch rätseln die Experten, was zum Absturz des russischen Urlaubsfliegers am Wochenende in Ägypten führte. Russland und Ägypten wollen immer noch nicht offiziell zugeben, dass IS-Terroristen das Flugzeug gesprengt haben. Allerdings gehen die Geheimdienste Großbritanniens und der USA mittlerweile davon aus, dass ein Terroranschlag die wahrscheinlichste Ursache ist. So berichtet die britische "BBC", dass es Hinweis auf eine Bombe im Frachtraum gebe.

Welche Theorien es zum Absturz des russischen Airbus gibt, seht ihr hier im Video (der Text geht unter dem Video weiter):

Lösen könnte das Rätsel jetzt aber der Körper eines Babys. Das Kind war unter den 224 Passagieren an Bord des Metrojet-Fluges. Wie die britische Online-Zeitung "Daily Mail" berichtet wurde der Körper in einer Entfernung von 40 Kilometern zum Absturzstelle nahe dem Urlaubsort Scharm el-Scheich gefunden. Der Name des Babys war Darina, Bilder des Mädchens am Flughafen kursieren derzeit im Internet.

(Das Bild zeigt Darina am Flughafen, ihre Mutter hatte es kurz vor dem Abflug ins Internet gestellt.)

Aber warum ist ihr Fall so wichtig? Weil der Körper so weit weg von der eigentlichen Absturzstelle gefunden wurde, so schreibt die "Daily Mail", könnte das darauf hindeuten, dass das Flugzeug früher explodierte als die Experten bisher annehmen. Eine erste Reaktion auf den Fund der Leiche ist, dass der Umkreis für die Suche nach Trümmern ausgedehnt wurde.

Das sagen die russischen Offiziellen: Bisher seien an den Körpern der Opfer keine Spuren von Sprengstoff gefunden worden. Allerdings veröffentlichte eine russische Zeitung Bilder, die Löcher im Rumpf der Maschine zeigen. Sie deuten darauf hin, dass im Innenraum des Flugzeuges etwas explodiert ist.

russland airbus

(Der zerstörte Airbus der russischen Fluglinie)

Eine Explosion könnte aber auch auf einen technischen Defekt hindeuten. Den schließen die russischen Ermittler als Grund für den Absturz bisher nicht aus. Aufschluss darüber können am Ende aber wohl nur die Wrackteile geben - und da könnte das entscheidende im weiteren Umkreis der Absturzstelle gefunden werden - wie der Körper von Darina.

Derweil verdichten sich die Hinweise auf einen Terroranschlag. Abgehörte Gespräche zwischen Milizionären auf dem Sinai sollen einem Medienbericht zufolge neue Indizien dafür liefern. Aus der abgefangenen Kommunikation gehe hervor, dass "jemand mit Zugang zum Frachtraum einen Sprengsatz in oder auf das Gepäck gelegt hat, unmittelbar bevor das Flugzeug abhob", berichtet die BBC unter Berufung auf britische Ermittler.

Auch mehrere europäische Fluggesellschaften fürchten offenbar weiter Anschläge. Unternehmen aus Großbritannien und den Niederlanden stoppten die Flüge nach Scharm el-Scheich gehen von einem Terroranschlag aus. Am Freitagnachmittag stoppte auch Russland alle Flüge nach Ägypten. Zuvor hatte Großbritanniens Premierminister David Cameron gesagt: "Wir können nicht sicher sein, dass das russische Passagierflugzeug von einer terroristischen Bombe zum Absturz gebracht wurde. Aber es sieht mit zunehmender Wahrscheinlichkeit so aus, als sei das der Fall gewesen."

Das hat auch Auswirkungen auf die Touristen in den Urlaubsort. Britische Fluggesellschaften sollten eigentlich am Freitag im ägyptischen Scharm el-Scheich gestrandete Briten nach Hause holen. Etwa 20 Flüge verschiedener Linien sind geplant, nachdem London am Donnerstagabend grünes Licht gegeben hatte. Aus Sorge vor Terroranschlägen hatte die Regierung alle Flüge zwischen Großbritannien und dem beliebten Urlaubsort am Roten Meer gestoppt. Grund ist die Vermutung, dass der über der Sinai-Halbinsel abgestürzte russische Passagierflug eine Bombe an Bord gehabt habe. Allerdings wurde der Plan, wie die "BBC" berichtet, kurzfristig wieder auf Eis gelegt.

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