WIRTSCHAFT
05/11/2015 07:04 CET | Aktualisiert 26/01/2016 10:45 CET

Wissenschaftler haben eine Milchschnitte untersucht. Was sie herausgefunden haben, hat sie selbst schockiert

HuffPost/Wochit

„Milchschnitte – mit viel frischer Milch gemacht“. Oder: „Schmeckt leicht und belastet nicht.“

Viele sind mit diesen Slogans groß geworden. Aber mancher Verbraucher ahnt, dass die Milchschnitte doch nicht so gesund ist, wie die Werbung suggeriert.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich genauer angeschaut, was wirklich in einer Milchschnitte steckt. Und das Ergebnis in einem Bild festgehalten:

Gesunder Snack für zwischendurch: Mit viel Palmöl und ordentlich Zucker. Süß, ölig und mit Aromastoffen duchaus genieß...

Posted by Verbraucherzentrale Hamburg on Montag, 19. Oktober 2015


Dazu schreiben die Experten der Verbraucherzentrale Hamburg auf ihrer Facebook-Seite:

„Gesunder Snack für zwischendurch: Mit viel Palmöl und ordentlich Zucker. Süß, ölig und mit Aromastoffen duchaus genießbar, oder? Altbekannt als leichter Pausensnack durch die Box-Weltmeister Klitschko. Eine gute Zwischenmahlzeit?“

Und die Grafik zeigt: Eine Milchschnitte besteht neben Fett – also Palmöl und Butterreinfett – auch aus richtig viel Zucker. Zusammen machen diese Inhaltsstoffe rund 60 Prozent der Milchschnitte aus. Aromastoffe und Zusatzstoffe gibt’s neben einer Portion Luft noch oben drauf.

Wenig frische Milch

Auch das Versprechen der Werbung, dass in Milchschnitten viel frische Milch enthalten sei, ist fragwürdig. Viele Kunden könnten denken, Milch mache mindestens die Hälfte der Inhaltsstoffe aus. In Wahrheit beträgt der Milchanteil aber gerade einmal 11,2 Gramm - also nur etwas mehr als ein Drittel.

Dafür ist in Milchschnitten umso mehr Zucker: Nämlich 7,7 Gramm - knapp 28 Prozent.

Zu dem Vorwurf, dass in einer Milchschnitte zu viel Luft und zu wenig Inhalt ist, hat Ferrero sich bereits in der Vergangenheit geäußert: Wenn mehr Luft in der Packung steckt, lasse die sich leichter öffnen.

Realität und Werbeversprechen klaffen auseinander

Schaut man sich alle Zutaten genau an, sind Milchschnitten ist also bei weitem nicht so gesund, wie die Werbung suggeriert.

Deshalb kommt auch die Verbraucherzentrale in ihrem Bericht zu dem Ergebnis, dass eine Milchschnitte „insgesamt eine fettreiche, gezuckerte, ballaststoffarme Süßigkeit ist, die keinen ernährungsphysiologisch gesunden Wert hat.“

Führt die Werbung den also Kunden bewusst in die Irre? Anne Markwardt von Foodwatch sagte "Spiegel Online": "Werbung und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Wenn Milch-Schnitte eine leichte Zwischenmahlzeit ist, dann ist Schoko-Sahne-Torte das perfekte Diät-Produkt."

Außerdem soll die Werbung vor allem Kinder ansprechen. "Die Milchschnitte ist ein typisches Kinderlebensmittel und suggeriert, dass sie besonders auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt ist", sagt Monika Vogelpohl von der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch mit der "Huffington Post". Die Milchschnitte sei also keine geeignete Zwischenmahlzeit für junge Menschen.

Das ist eine die eine Seite. Andererseits muss dem Verbraucher auch klar sein, dass Milchschnitten eine Süßigkeit sind. Und da stecken nunmal massenhaft Zucker und ungesundes Fett drin.

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