NACHRICHTEN
05/11/2015 10:44 CET | Aktualisiert 11/11/2015 07:58 CET

Goji-Beeren - Das Superfood ist gesünder als andere Obst- und Gemüsesorten

Goji-Beeren: Das Allheilmittel gegen Alzheimer und Krebs.
Instagram
Goji-Beeren: Das Allheilmittel gegen Alzheimer und Krebs.

Goji-Beeren gelten als neues Superfood, das besonders viele Vitamine und Mineralstoffe enthält. Verkäufer dieser Wunderbeere stehen aber auch in der Kritik, die Frucht viel zu teuer zu verkaufen.

Goji-Beeren heißen mit botanischem Namen Lycium Barbarum.

Der Begriff Goji stammt aus der Heimat des Strauches, China. Im englischen Sprachraum wird die Pflanze auch Wolfberry genannt. In Deutschland gibt es noch weitere Namen für die chinesische Wolfsbeere wie gewöhnlicher Bocksdorn, gemeiner Bocksdorn, gemeiner Teufelszwirn, Teufelszwirn oder Hexenzwirn. In Tibet heißen die Früchte zum Beispiel auch “Glücksbeeren”.

Die Pflanze hat ihren Ursprung in der Region Ningxia in China: Die Gegenden am Himalaja haben besonders mineralhaltiges Grundwasser. Das gibt den Beeren eine hohe Mineraliendichte. Sie enthalten viele gute Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Vitamin B und C.

Die Goji-Beere zählt zu den wichtigsten Heilkräutern der chinesischen Medizin. Der sommergrüne Strauch wird bis zu vier Meter hoch und hat oft stachelige, herabgebogene Äste mit länglichen Blättern. In den Sommermonaten trägt er kleine lilafarbene Blüten. Die kleinen, roten Beeren wachsen zwischen August und Oktober.

Im Winter hält es der Teufelszwirn auch gut bis -25 Grad aus, er gehört aber trotzdem zu den Nachtschattengewächsen, wie zum Beispiel Tomaten oder Paprika. Diese sind normalerweise sehr frostempfindlich.


Varianten der Goji-Beere

Nach der Ernte werden die Früchte getrocknet, dann können sie gefroren oder einfach nur trocken und dunkel gelagert werden. Luftdichte Behälter schützen die Früchte vor Hitze, Nässe und Sonnenlicht. So halten die Trockenfrüchte ähnlich lange wie Rosinen.

Die süßen Früchte werden auch roh gegessen, aber Vorsicht: Manche Arten sind sehr sauer. Gerade bei rohen Beeren solltet ihr also darauf achten, dass "süß" auf dem Etikett steht. Die sauren Sorten werden dagegen vor allem für Saft verwendet.

Der Saft ist leider erstaunlich teuer: Etwa 15 Euro kostet der Liter. Er wird aus frischen, hochwertigen Früchten gepresst und abgefüllt. Guter Goji-Saft wird übrigens auch ohne Konservierungsstoffe gemacht. Aber ihr müsst auch nur bis zu 90 Milliliter täglich trinken: Dann ist euer Tagesbedarf an Nährstoffen gefüllt.

Im Laden findet ihr auch öfter Schorlen mit Acaisaft oder anderen Beerensäften. Diese Mischung sollte aber dennoch gering sein, sonst kann sich die Wirkung nicht richtig entfalten. Natürlich könnt ihr auch selbst Saft herstellen, dazu braucht ihr nur die passende Menge Beeren. Ihr könnt auch mehr bestellen und im Tiefkühlfach bis zum Einsatz lagern.

Sogar die Blätter könnt ihr essen: Die Triebe der Jungpflanzen schmecken am Besten. Sie machen sich zum Beispiel super im Salat.


So züchtet ihr euren eigenen Goji-Strauch

Beim Kauf der Pflanze solltet ihr darauf achten, eine der folgenden Sorten zu wählen: Big Lifeberry, Sweet Lifeberry, Big & Sweet oder So Sweet. Alle anderen Sorten sind Nachzüchtungen oder Verwilderungen und im Ertrag und Geschmack nicht so gut wie das Original.

Der gemeine Bocksdorn wächst aus Samen - mit Stecklingen oder älteren Pflanzen, die man im Internet kaufen kann, geht es aber besser. Am besten pflanzt ihr diese dann zwischen April und Mai neben Zäunen oder an Mauern ein. Achtet darauf, dass sie ausreichend mit Sonne und Wasser versorgt sind und auf einem nährstoffreichen Boden wachsen.

Den Setzling pflanzt ihr etwa 30 Zentimeter tief ein, mit gut eineinhalb bis zwei Metern Abstand zur Mauer oder der nächsten Pflanze. Danach noch ordentlich gießen und gleich ein bisschen düngen.

Vorsicht: Der gemeine Bocksdorn verbreitet sich schnell. Er wächst gute 90 Zentimeter im Jahr, bis er eine Höhe von etwa vier Metern erreicht. Deshalb lohnt es sich, das Gewächs regelmäßig zu stutzen oder hochzubinden. Außerdem reichen fünf Haupttriebe für einen guten Bocksdornstrauch.

Auch die Wurzeln solltet ihr, zum Beispiel mit einem Rhizomschutz, daran hindern, sich großflächig auszubreiten. Wenn die Zweige etwa 60 Zentimeter lang sind, solltet ihr die Triebe abschneiden, damit der Strauch schön buschig wird. Erst ab dem dritten Jahr trägt er Früchte: Dann solltet ihr das Schneiden vermeiden.

In den Sommermonaten, während die Pflanze blüht und die Früchte reifen, müsst ihr sie manchmal gießen, damit sie nicht vertrocknet. Der Teufelszwirn hat aber tiefe Wurzeln, die ihn lange mit Wasser versorgen.

Der gemeine Bocksdorn wächst in Deutschland eher im Osten. In Südosteuropa kommt er öfter vor, weil er zur Bepflanzung an Dämmen verwendet wird und größtenteils verwildert ist. Als Zierpflanze gibt es den Strauch aber auf der ganzen Welt.


Wirkungen, Nebenwirkungen und Inhaltsstoffe: Darum ist Goji so gesund

Mehr Eisen als Spinat und mehr Carotinoide als Karotten - Goji-Beeren gelten deshalb als Superfood.

2008 wurde eine amerikanische Studie über Goji-Saft veröffentlicht. Testpersonen haben bei dieser Untersuchung zwei Wochen lang täglich den Saft getrunken. Das Ergebnis: Die Probanden hatten mehr Energie, fühlten sich besser und waren ausgeschlafener.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird die Goji-Beere vor allem bei Augenkrankheiten, Krebs oder Immunkrankheiten eingesetzt. Laut TCM soll die Beere auch Blutfettwert, Blutzucker und Bluthochdruck senken: Es ist ein perfektes Mittel gegen Diabetes. Aber Vorsicht: Wer Blutverdünner nimmt, erhöht mit der Einnahme von Goji-Beeren das Risiko einer Blutung.

In Tibet ist die Beere sogar der Grund für ganze Festivals. Dort denkt man, dass Goji-Beeren Potenz und Libido steigern. Dieser Mythos konnte bisher aber wissenschaftlich nicht belegt werden.

Man weiß allerdings, dass die Beere zu den basischen Lebensmitteln gehört: Bei Übersäuerung können euch Goji-Beeren helfen, euer Gleichgewicht wieder herzustellen. In der Frucht sind auch viele reichhaltige Vitamine, wichtige Aminosäuren, Mineralstoffe und Antioxidantien enthalten.

Die enthaltenen Carotinoide stärken den Sehnerv und die vielen Antioxidantien wirken wie Anti-Aging: Sie steigern die Durchblutung und stärken das Immunsystem und schützen die Zellen. Außerdem haben die Beeren den Ruf, gut gegen Stress zu wirken und zu helfen, den Körper zu entgiften.

Die Beeren enthalten ebenso Polysaccharide, komplexe Kohlenhydrate. Sie stärken das Herzkreislaufsystem und sorgen so für eine bessere Fitness, Muskulatur und Ausdauer. Eine Studie aus den Niederlanden legt nahe, dass das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko mit dem Verzehr von Goji-Beeren um mehr als ein Viertel sinkt. Viel hilft hier jedoch nicht viel: Übermäßiger Verzehr kann abführend wirken.

Die genauen Nährwerte sind:

Goji-Beeren haben 314 Kalorien pro 100 Gramm. Davon sind 12 Gramm Eiweiß, 5 Gramm Fett und 55 Gramm Kohlenhydrate.

Die besten Rezepte mit Goji-Beeren

Beispielsweise könnt ihr Frikadellen, Gemüsesuppe oder Spaghetti Bolognese mit Goji-Beeren garnieren. Sie machen sich auch sehr gut in einem gemischten Salat mit Avocado und Granatapfel.

Es gibt auch viele süße Rezepte für die Beeren, wie beispielsweise Cookies mit weißer Schokolade und Goji-Beeren

Wenn euch diese Rezeptvorschläge zu aufwändig sind, könnt ihr Goji-Beeren morgens mit Müsli oder zum Joghurt essen.

Ihr könnt mit den getrockneten Beeren auch einfach eure Saftschorle oder eure Limonade verfeinern.


Goji-Beeren kaufen

Es werden leider oft Fälschungen verkauft. Wenn die Produkte aber als “Lycium Barbarum” gekennzeichnet sind, ist es auch die echte Goji-Beere. Billige Stecklinge für den Eigenanbau findet ihr im Internet. Inzwischen haben einige Gärtnereien auch schon die Pflanzen im Angebot.

Mittlerweile gibt es die Beeren auch frisch im Supermarkt. Dabei solltet ihr neben den Inhaltsstoffen vor allem auf die Herkunft und das Haltbarkeitsdatum achten. Oft kommen sie aus Regionen, in denen viel mit Pestiziden gearbeitet wird: Gute Bio-Beeren sind teuer.

Die Beeren bekommt ihr vor allem in Bio-Supermärkten, Reformhäusern, Asiashops oder Apotheken. Es gibt verschiedenste Produkte: getrocknete und frische Beeren, Saft, Snacks, Likör oder Tee sind nur einige Beispiele. Oft werden diese aus China oder Südosteuropa importiert. Achtet deshalb immer darauf, ob die Produkte ein Gütesiegel haben.

Ein von dr.Ku (@dr.ku_es) gepostetes Foto am


Superfoods: Essen mit Gesundheitsversprechen: Chia, Goji, Quinoa: Das leisten die Superfoods – und das sind günstige Alternativen


Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Photo galleryDiese 20 Dinge essen/trinken Hipster am liebsten See Gallery

Hier geht es zurück zur Startseite