POLITIK
05/11/2015 08:54 CET | Aktualisiert 05/11/2015 09:21 CET

Diese Frau durchlebt die Hölle: Wurde ihre Tochter in den Dschihad entführt?

Magalie Laurents kämpft. Tränen rinnen ihr übers Gesicht. Ihr Stimme will zitterten, brechen. Madame Laurent zwingt sich, weiterzusprechen. Über einen Verdacht, eine Gewissheit vielleicht, die ihr das Herz zerreißt.

Seit dem 27. Oktober ist ihre dreijährige Tochter Lila verschwunden. Und die 35-jährige Französin geht davon aus, dass ihr Ex-Mann die Kleine entführt hat. Nach Syrien in den Dschihad.

Nicht aus den Ferien zurückgekehrt

Laurent hat sich an die Öffentlichkeit gewandt, hat sich zu dieser Pressekonferenz gezwungen, weil sie hofft, dass ihr das irgendwie helfen wird, ihr Kind wiederzusehen. "Ich werde Himmel und Erde bewegen, um meine Tochter wiederzubekommen", sagte sie.

Französische Medien wie die Zeitung „Nouvel Observateur“ und die Seite „La Voix du Nord“ berichten über das Drama.

Magalie Laurent schildert den Reportern, wie ihr Ex-Mann Anis R. mit Lila in die Herbstferien fuhr, angeblich nach Tunesien. Doch er kehrte nicht zurück. Und seiner Mutter und Schwester habe er via Skype mitgeteilt, dass er nie zurückkehren werde.

Magali Laurent hat zwar das alleinige Sorgerecht, wollte Vater und Kind aber den Kontakt nicht verbieten. Schließlich sei Anis R. immer ein guter Vater gewesen, sagt sie.


Lila, 3 ans et demi, disparu avec son pèrevon LeNouvelObservateur

Die Polizei hat nun herausgefunden, dass Anis R. seine letzten Nachrichten von Iskenderun aus geschickt hat, einer türkischen Stadt in der Nähe der syrischen Grenze.

Die darauf folgenden Textnachrichten konnten offenbar nicht mehr geortet werden. Sie seien über Großbritannien umgeleitet worden. Möglich, dass Anis R. erfolgreich versucht hat, seinen Aufenthaltsort zu verschleiern.

"Ich schwöre bei Allah ..."

Am vergangenen Freitag, sagt Magalie verzweifelt, schickte Anis R. folgende Botschaft: „Lila geht es gut. Ich schwöre bei Allah, dass ich das nicht getan habe, um mich an dir zu rächen (...).“

Magalie Laurent berichtet, dass sich ihr Mann nach der Trennung verändert habe, er sei traurig gewesen, er habe sich in die Religion geflüchtet, habe seinen Bart wachsen lassen und sei immerzu in der Moschee gewesen.

Diesen Sommer jedoch habe sich all das geändert. Doch Madame Laurent glaubt, er habe da schon an seinem Entführungsplan gearbeitet.

Anis R. ist den Berichten nach extrem intelligent, er soll fünf Sprachen fließend sprechen, zwei nur durch Fernsehen gelernt haben.

Magalie Laurent hat nicht nur entsetzliche Angst um ihre Tochter. Sie quält sich jetzt auch noch mit Vorwürfen, ihren Mann falsch eingeschätzt, Warnzeichen übersehen zu haben. Und hat sich entschieden Anzeige zu erstatten. Wegen Entführung eines Kindes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung.

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