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05/11/2015 12:13 CET | Aktualisiert 05/11/2015 12:53 CET

Seine Kamera überführte einen mutmaßlichen Mörder – jetzt soll er selbst bestraft werden

Die Bilder seiner Überwachungskamera halfen dabei Silvio S. zu fassen - den mutmaßlichen Mörder des vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed. Nun sollen aber genau diese Bilder illegal sein.

Feral Günsav betreibt zusammen mit seiner Frau eine kleine Eckkneipe in Berlin. Nach einem Überfall im vergangenen Jahr installierte Feral eine Kamera an der äußeren Hauswand. Eigentlich sollte sie nur vor weiteren Einbrüchen schützen, doch dank eines glücklichen Zufalls halfen die Aufnahmen dieser Kamera einen der grausamsten Kriminalfälle 2015 zu lösen.

Posted by StromEck on Dienstag, 27. Oktober 2015

Am 01. Oktober schlenderte ein Mann mit Plastiktüte an der Moabiter Kneipe „StromEck„ vorbei und wendete dabei sein Gesicht der Kamera zu. Einige Minuten später fangen die Überwachungskameras am Landesamt für Gesundheit und Soziales den selben Mann ein. Dieses Mal, wie er mit einem kleinen Kind das Gelände verlässt. Wie später klar wird: Beide Aufnahmen zeigen Silvio S. Er wird beschuldigt, den Jungen entführt, vergewaltigt und getötet zu haben.

„Wenn man selbst Kinder hat, sieht man das alles mit anderen Augen“

Nachdem Feral die Aufnahmen der Polizei zur Verfügung stellte und sie damit öffentlich wurden, könnte aber nun auch er Ärger mit dem Gesetz bekommen. Das Problem: Anscheinend filmt die Kamera weiter, als die erlaubten 20 Meter Länge und ein Meter Breite.

Tatsächlich liegt bereits eine private Beschwerde gegen Feral beim Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit vor, berichtet das deutsche Onlinemagazin Motherboard. „Bei den Aufnahmen sieht man auf den ersten Blick, dass die datenschutzrechtlich festgelegte maximale Aufnahmebreite von einem Meter nicht eingehalten wurde“, so der Pressesprecher des Datenschutzbeauftragen.

So wie erwartet, als Dank für meine Videos, kommen schon die ersten Anzeigen von privat Personen angeflogen! Ich weiß nicht ob diese Personen mich auch angezeigt hätten, wenn es ihre Kinder getroffen hätte!!!

Posted by StromEck on Sonntag, 1. November 2015

Diese Reaktionen enttäuschen Feral: „Wenn mir jetzt eine Strafe droht, helfe ich das nächste Mal nicht mehr.“ Eine größere Bestrafung muss er jedoch nicht fürchten. Aktuell werden die Beschwerden geprüft und gegebenenfalls muss die Ausrichtung und die Speicherkapazität den Richtlinien angepasst werden. „Schließlich geht es hier nur darum, Privaträume zu überwachen, da reicht eine Frist aus. Bußgelder vergeben wir aber in der Regel nicht“, sagt der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix gegenüber Motherboard.

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