LIFE
05/11/2015 11:39 CET | Aktualisiert 05/11/2015 11:57 CET

Mutige Bilder: Eine 22-Jährige will zeigen, dass ihr Körper kein Tabu ist

So sieht Megan Jayne glücklicherweise nicht mehr aus.
Instagram
So sieht Megan Jayne glücklicherweise nicht mehr aus.

Als Megan Jayne fünf Jahre alt war und in die Schule kam, begann sie, das weibliche Körperbild in Frage zu stellen. Diese Gedanken bestimmten schon bald ihr Leben. Sie achtete penibel auf ihren Körper.

Mit 14 Jahren bekam sie eine erschreckende Diagnose: Magersucht. Ihr geringstes Gewicht waren nur knapp 28 Kilo. In ihrer Jugend verbrachte sie einen Sommer lang in einer Psychiatrie für Jugendliche. Danach kam sie ins Krankenhaus. Die Ärzte verordneten ihr strikte Bettruhe und mussten sie sogar mit einer Sonde ernähren.

Die behandelnden Ärzte schätzten ihre verbleibende Lebenszeit auf wenige Wochen. Jaynes Leben war in Gefahr. Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hielt sie immer noch fünf Jahre lang eine strenge Diät. Doch dann kam der dringend nötige Wendepunkt, den sie in sozialen Netzwerken so beschreibt:

Meinen Körper zu lieben schien wie eine Unmöglichkeit, weil ich nie diese wegretuschierte Perfektion erreichen konnte, zu der ich durch Gehirnwäsche kam. Ich dachte, es wäre der einzige Weg für eine Frau, gut auszusehen. Es hat zu lange gedauert, zu merken, dass es nie mein Körper war, der verbessert werden musste. Nur immer meine verzerrte Vorstellung meines Körpers und der medialen Körper, die wir jeden Tag sehen.

Als ich gemerkt habe, dass ich die Kraft habe, meine Wahrnehmung zu verändern, die Fähigkeit, Jahre der Negativität zu verbannen und meinen Körper wirklich anzunehmen und zu lieben in jeder Größe, war das, wie aus einer Sekte herauszukommen.

Heute ist die 22-Jährige nicht mehr dürr, sie ist nicht mal schlank: Megan Jayne bezeichnet sich selbst als pummelig. Auf Instagram postet sie ihre "Gewitter-Oberschenkel", also die Cellulite, die sich dank ihrer Genesung auf ihrem Körper breit macht. Auch auf ihre Speckröllchen ist die junge Erwachsene stolz. Das bringt der ehemals Magersüchtigen ganze 43.000 Instagram-Fans.

Ihre Verwandlung allein reicht ihr aber nicht. Auf dem sozialen Netzwerk will sie auch anderen Leidensgenossen helfen, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen:

Du kannst das erreichen.

Vielleicht siehst du gerade keinen Ausweg. Vielleicht wurdest du in die Tiefen des Selbsthasses gezogen und siehst keinen Rückweg. Wir wurden alle zerrüttet von einer Welt, die davon profitiert, dass wir unsere Körper hassen. Und wenn sie einen Weg hätten, würden sie uns für immer daran binden. Wir bezahlen für ihre unmögliche Idee der Perfektion, mit unserem Geld, unserem Selbstbewusstsein und unserem Leben.

Aber ich weiß, dass du dich befreien kannst. Weil ich es getan habe. Du musst nur glauben, dass du es kannst. Du hast mehr Stärke in dir selbst, als du jemals wissen wirst. Du bist stark. Stark genug die Ketten abzureißen, die dich festhalten. Und davon abhalten, zu glauben, dass du nicht mehr gut genug bist.

Du hast genug Zeit deines Lebens gefesselt von anderer Leute Erwartungen verbracht. Es ist Zeit, frei zu sein und den wunderschönen Körperzufriedenheitskämpfer, der immer in dir war, zu begrüßen. Wenn dieses Mädchen dazu geworden ist, weiß ich, dass du das auch kannst.

You can get there. Maybe right now you can't see a way out. Maybe you've been dragged into the depths of self hatred, and you just can't see a way back up. We've all been poisoned by a world that profits from us hating our bodies, and if they had their way we'd be tied down forever. Paying for their impossible idea of perfection with our money, our self esteem, our happiness. But I know that you can break free. Because I did. You just have to believe that you can. You have more strength inside of yourself than you will ever know. You are powerful. Powerful enough to rip off those chains holding you down, and refuse to believe that you aren't good enough any longer. You've spent enough of your life shackled by other people's expectations. It's time to be free, and embrace the beautiful body positive warrior that's been in you all along. If this girl can get there, I know that you can too. 💜💙💚🌈🌞

Ein von Megan 🐼 (@bodyposipanda) gepostetes Foto am


... Niemand hat das Körperteil bemerkt, über das du dir heute Morgen stundenlang im Spiegel den Kopf zermartert hast...

Let the sun shine on you. Know that you don't have to hide away. Nobody else has noticed that body part that you spent hours agonizing over in front of your mirror this morning. And even if they did - know that you don't exist for the viewing pleasure of others. Your body is not an ornament to be looked at, it is a tool that lets you live. So live. Live the best that you can. Live in the moment. When your mind starts to wander into realms of self objectification - telling you to worry about how you look and stealing the wonder from your experiences - free yourself. Refocus on your sensations, that touch, that taste, that sight, that feel. Breathe in every moment. When that sun shines on you, don't picture how you look in the light. Let yourself feel alive in the light. 🌞💚💜💙🌈

Ein von Megan 🐼 (@bodyposipanda) gepostetes Foto am


... Ich will das, um zu zeigen, dass unsere Augen uns belügen. Wir können uns nicht klar sehen, wenn wir in den Spiegel schauen. Weil wir durch einen Filter von jedem perfekten Körper blicken, mit dem wir uns jemals verglichen haben. Jedes makellose Bild einer gephotoshopten Schönheit. Was uns gesagt wird, wie wir aussehen SOLLTEN, wird so tief verwurzelt, dass es uns zu blind macht, um zu sehen, wie wunderschön wir wirklich SIND. ...

I asked my dad to take the first picture 7 years ago, I'd gained about 10 pounds and I wanted to show the world that I was all better. That there was nothing wrong anymore. In my eyes I was chubby again, so I could see my friends, go back to school, not be that girl with the eating disorder anymore. I want this to show that our eyes lie to us. We can't see ourselves clearly when we look in the mirror because we're viewing through a filter of every 'perfect' body we've ever compared ourselves to. Every flawless picture of photoshopped beauty. What we're told we SHOULD look like becomes so ingrained that it blinds us to how beautiful we already ARE. In our minds we imagine ourselves without that roll, without that cellulite, without this, without that, less and less and less. We diminish ourselves until there's nothing left. No confidence, no self worth, no idea that we are all so incredibly breathtaking just as we are. If we could only see ourselves clearly. 🌈🌞💜

Ein von Megan 🐼 (@bodyposipanda) gepostetes Foto am


Urlaube haben sich total verändert seit ich die Körperzufriedenheit entdeckt habe. Keine Crash-Diäten davor. Keine Angst vor dem Bikini. Keine allgemeine Angst etwas zu tun oder zu tragen, das mich vielleicht weniger als perfekt aussehen lässt gegenüber jemandem, der mich vielleicht gerade ansieht. Ich bin nicht mehr für sie da. Ich bin für mich da.

Und ich plane, wunderschöne Orte zu entdecken, einzigartige Erinnerungen zu schaffen und das leckere Essen zu essen, das ich in die Finger bekomme. GIB MIR DIE KOHLENHYDRAHTE EUROPA!


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