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04/11/2015 05:51 CET | Aktualisiert 04/11/2015 06:00 CET

"Sommermärchen wird endgültig zum Alptraum": Warum DFB-Präsident Niersbach nicht mehr zu halten ist

dpa

Nach dem erneuten Erdbeben im deutschen Fußball richtet sich der Blick auf Wolfgang Niersbach. Am Dienstagmorgen waren neben der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes auch die privaten Wohnsitze des DFB-Präsidenten, seines Vorgängers Theo Zwanziger und des langjährigen DFB-Generalsekretärs Horst R. Schmidt durchsucht worden.

Der Druck auf den ohnehin schon schwer angeschlagenen Niersbach wächst. Die Frage scheint nicht mehr zu sein, ob er seinen Posten räumen muss – sondern nur, wann. "Die Tendenz ist klar: Er ist nicht mehr zu halten“, sagte etwa der ehemalige DFB-Pressesprecher Harald Stenger heute im Deutschlandfunk.

Verhaltenere Stimmen gibt es bislang aus der Politik. „Ich werde mich den Rücktrittsforderungen nicht anschließen. Es muss abgewartet werden, bis die Ergebnisse auf dem Tisch liegen“, sagte etwa der sportpolitische Sprecher der CDU, Eberhard Gienger, der Huffington Post.

Deutlicher wird da der sportpolitische Sprecher der Grünen, Özcan Mutlu. Er fordert den DFB zum Handeln auf. „Der DFB und die Landesverbände müssen sich fragen, ob ein Präsident noch tragbar ist, der nicht aufklären kann und nicht erklären kann, wofür 6,7 Millionen Euro an die Fifa gezahlt wurden“, sagte er der Huffington Post.

Der Fußballbund müsse sich grundsätzlich neu aufstellen. „Auch für den DFB scheint zu gelten, dass er sich, personell wie organisatorisch, ganz neu aufstellen muss. Wir fordern alle Beteiligten einschließlich der Bundesregierung auf, endlich reinen Tisch zu machen“, sagte Mutlu. Das Sommermärchen sei endgültig zum Alptraum geworden.

Sollte es zu einer Anklageerhebung kommen, drohen Niersbach und den Beschuldigten empfindliche Sanktionen. „Für eine Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall sieht das Gesetz Freiheitsstrafen vor, die sich zwischen sechs Monaten und zehn Jahren bewegen“, sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Zudem drohen Niersbach und Zwanziger Schadenersatzforderungen in Millionen-Höhe. Laut „SZ“ werden in Verbandskreisen nachträglich fällige Steuern in Höhe von 2,2 Millionen Euro für möglich gehalten, plus Zinsen seit 2006. Dafür könnte der DFB laut „Süddeutscher Zeitung“ die damaligen Verantwortlichen in Regress nehmen.

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