POLITIK
03/11/2015 02:44 CET | Aktualisiert 03/11/2015 10:28 CET

Wirtschaftsinstitut: Flüchtlinge tragen schon bald zum Wohlstand Deutschlands bei

Es sind Zahlen, die Deutschlands besorgte Bürger nicht gerne hören werden: Flüchtlinge tragen nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schon nach wenigen Jahren zum Wohlstand in Deutschland bei. "Nach unseren Berechnungen erwirtschaftet ein Flüchtling nach fünf bis sieben Jahren mehr, als er den Staat kostet", sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der "Welt".

Er bezeichnete es als "schockierend", wie einseitig die Debatte in Deutschland über Flüchtlinge geführt werde. Der Fokus liege allein auf angeblich drohenden Steuererhöhungen und sonstigen Zahlungen. Dabei würden Flüchtlinge Einkommen schaffen, die Unternehmenserträge steigern und die Produktivität der Firmen erhöhen. "Davon profitieren auch ihre deutschen Kollegen", sagte Fratzscher.

Der DIW-Präsident räumte jedoch ein, dass die Integration teuer wird. "Die Erfahrung zeigt, dass in den ersten beiden Jahren wohl 90 Prozent aller anerkannten Flüchtlinge arbeitslos sein werden, und nach fünf Jahren könnten es noch 50 Prozent sein", erklärte Fratzscher.

Trotzdem bezeichnete er die Flüchtlingskrise als "Weckruf". Deutschland benötige eine massive Umschichtung der staatlichen Ausgaben, forderte er. "Der Staat hat endlich erkannt, dass er mehr in Bildung und Infrastruktur investieren muss. Diesen Nachholbedarf hatten wir allerdings schon vor der Flüchtlingskrise. Deshalb finde ich es etwas verlogen, wenn die Debatte jetzt nur wegen der Flüchtlinge aufgemacht wird."

Mit Material von dpa

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