POLITIK
03/11/2015 21:42 CET | Aktualisiert 04/11/2015 05:38 CET

"Notfalls inhaftieren": Der Frontex-Chef fordert, abgelehnte Asylbewerber in Haft zu nehmen

Frontex-Chef Fabrice Leggeri
DPA
Frontex-Chef Fabrice Leggeri

Der Höhepunkt der Flüchtlingskrise soll erst noch kommen. Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex erwartet einen weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen in der EU. Fabrice Leggeri forderte zudem die EU-Staaten in einem Interview der "Bild-Zeitung" auf, irreguläre Zuwanderer ohne Anspruch auf Asyl "notfalls zu inhaftieren", um ihre Rückführung in die Heimatländer zu gewährleisten.

Ein Rückgang der Flüchtlingszahlen sei nicht abzusehen. Seine Agentur habe in diesem Jahr schon "mehr als 800.000 irreguläre Grenzübertritte" an den EU-Grenzen registriert, sagte Leggeri. Aber noch immer machten sich viele Menschen aus Krisenregionen Richtung EU auf den Weg. Der Höhepunkt des Flüchtlingszustroms sei "noch nicht überschritten".

Abschiebungen müssten schnell geschehen. Leggeri forderte die EU-Staaten auf, Zuwanderer ohne Anspruch auf Asyl schnell in die Heimatländer zurückzuschicken. "Wer irregulär eingereist ist und kein Recht auf Asyl hat, muss schnell in seine Heimat zurückgeführt werden."

Er rät zur Errichtung von Haftlagern. Es seien Einrichtungen nötig, "in denen sie notfalls inhaftiert werden müssten". Nach EU-Recht sei es möglich, irreguläre Zuwanderer für bis zu 18 Monate in Haft zu nehmen, um die Rückführung zu organisieren.

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