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02/11/2015 11:31 CET | Aktualisiert 04/11/2015 06:03 CET

Ikea hat etwas an seinen Produkten radikal verändert - und das ist eine gute Nachricht

Ikea
Andreas Rentz
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Solarzellen auf Firmengebäuden, eigene Windkraftanlagen und ein eigenes Stück Wald: Ikea ist seit vielen Jahren darum bemüht, seinem Billig-Image entgegenzuwirken - und setzt deshalb auf Nachhaltigkeit.

Jetzt geht das schwedische Möbelhaus einen weiteren, radikalen Schritt: Seit wenigen Wochen verwendet es für seine Produkte ausschließlich Baumwolle aus nachhaltigen Quellen - ein Schritt, den laut Ikea bisher kein anderes großes Einzelhandelsunternehmen ging.

Vom Handtuch bis zum Sofa - ab sofort sind all diese Ikea-Bestseller aus nachhaltiger Baumwollproduktion.

Aber was heißt hier überhaupt nachhaltig?Beim herkömmlichen Anbau setzen Bauern massenhaft Chemikalien und Wasser ein. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern hat auch Folgen für das Leben der Bauern vor Ort. Denn Pestizide und Wasser kosten die Bauern Geld.

Damit sinkt ihre Aussicht auf einen akzeptablen Gewinn.

Bauern, die nachhaltigere Baumwolle produzieren, verbrauchen dagegen weniger Wasser und Pestizide - und verdienen deshalb mehr.

Neben aller Euphorie über den Schritt von Ikea gibt es aber auch Kritik an der generellen Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns: Umweltorganisationen bemängeln, dass der Konzern Lieferanten und Hersteller nicht gänzlich offenlege und keine Herkunftslogos auf Produkte drucke. Greenpeace mahnt zudem den massenhaften Verbrauch von Palmöl für Kerzen an. Und im Buch „Die Wahrheit über Ikea“ eines Ex-Managers heißt es, dass ein Drittel des wichtigsten Ikea-Rohstoffes Holz illegal abgeholzt wurde.

Die nachhaltige Baumwolle ist für Ikea ein weiterer wichtiger Teil der großen Nachhaltigkeitskampagne. Denn bis 2020 will der Konzern nicht nur die Umsätze verdoppeln, sondern auch komplett unabhängig von konventionellen Energieträgern werden.

Das bedeutet: Ikea will so viel erneuerbare Energie selbst erzeugen, dass damit alle Einrichtungshäuser und andere Gebäude des Konzerns versorgt werden können.

Mit diesen Schritten will sich Ikea einerseits weiter unabhängig von den steigenden Energiepreisen machen. Andererseits wird das Möbelhaus mit seinem bemerkenswerten Einsatz für die Umwelt auch bei den Konsumenten langfristig einen guten Eindruck hinterlassen.

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