POLITIK
02/11/2015 07:38 CET | Aktualisiert 18/01/2016 12:17 CET

CDU-Politiker Steiger fordert Rente mit 70

dpa

Es ist eine Forderung mit politischem Zündstoff - doch in Wahrheit geht sie noch nicht weit genug. Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, will eine Erhöhung des Rentenalters von 67 auf 70 Jahre.

"Ehrlich wäre ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren"

"Es wäre eine ehrliche Aussage, dass wir das Renteneintrittsalter mit der höheren Lebenserwartung in der Zukunft eher auf 70 Jahre erhöhen müssen", sagte er am Montag der "Rheinischen Post".

"Rentenpaket völlig kontraproduktiv"

Es sei völlig kontraproduktiv gewesen, mit dem von der großen Koalition beschlossenen Rentenpaket Hunderttausende Fachkräfte vorzeitig in Rente zu schicken, kritisiert der CDU-Politiker.

Schon jetzt ist klar: Steigers Vorschlag dürfte bei vielen als Affront aufgefasst werden - die "Wie-lange-sollen-wir-denn-noch-schuften"-Fraktion im politischen Berlin hat prominente Vertreter. Dabei müsste Deutschland noch viel weiter gehen in Sachen Rente.

Industrieverband hatte von Rente mit 85 Jahren gesprochen

Zuletzt hatte Ulrich Grillo, der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), in der "Wirtschaftswoche" indirekt die Rente mit 85 ins Spiel gebracht. Seine Idee: Das Rentenalter solle von der Lebenserwartung abhängen. Da die Lebenserwartung der Deutschen stetig steigt, soll auch der Zeitpunkt des Renteneintritts steigen. "Wenn Menschen eines Tages 100 werden, würde sich rein theoretisch ein Renteneintrittsalter von 85 Jahren ergeben", sagte der BDI-Chef.

Die Statistik jedenfalls stützt Grillos Annahme: Allein von 1990 bis 2013 ist laut der Global Burden of Disease Study 2013 die weltweite Lebenserwartung um 6,2 Jahre gestiegen. Es dürfte klar sein, dass Deutschlands Sozialsystem schon bald daran angepasst werden muss. Die von Steiger jetzt geforderte Rente mit 70 dürfte da nur ein Zwischenschritt sein.

Der Anteil älterer Arbeitnehmer ist ohnehin bereits stark gestiegen. So waren im Jahr 2000 von den 60- bis 64-Jährigen nur 20 Prozent erwerbstätig und 62 Prozent Rentner. 2014 waren bereits 50 Prozent erwerbstätig und nur 37 Prozent Rentner.

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