LIFE
01/11/2015 09:47 CET | Aktualisiert 02/11/2015 05:36 CET

Ein Stiefvater will die Hochzeit seiner Tochter nicht bezahlen. Der Grund bricht ihm das Herz

Welche Bedeutung hat ein Stiefvater im Leben der Kinder? Das ist sicher in jedem Fall anders und manchmal auch kompliziert. Zur Zeit verbreitet sich eine sehr persönliche Schilderung im Netz, die ursprünglich von einem Nutzer des Portals Reddit veröffentlicht wurde.

Darin schildert ein Stiefvater, warum er die Hochzeit seiner Tochter nicht zahlen will. Findet ihr den Grund gerechtfertigt?

Meine Stieftochter wird am 3. August heiraten. Die Planung der Hochzeit hat in den vergangenen sechs Monaten sehr viel Zeit in ihrem Leben und dem ihrer Mutter in Anspruch genommen (ich sage ihre Mutter, weil wir nicht verheiratet sind, obwohl wir 10 Jahre lang zusammengelebt haben).

Meine Stieftochter hat vergangenen Dezember die Uni abgeschlossen. Ich habe die Ausbildung bezahlt. Obwohl es eine staatliche Uni war, hat es trotzdem 40.000 Dollar gekostet. Sie hat keinen Job und hat während ihres Studiums bei uns gelebt. Auch danach. Ich habe ihr auch ein Auto gekauft, damit sie zur Uni fahren kann, als sie die Schule abgeschlossen hatte.

Immer mal wieder taucht ihr nutzloser Vater in ihrem Leben auf und sie schwänzelt um ihn herum. Obwohl er nicht einen einzigen Cent für ihre Ausbildung ausgegeben hat und auch nie Unterhalt zahlte, liebt sie ihn und will, dass er Teil ihres Lebens ist. Für das mit dem Unterhalt ist meine Freundin selbst verantwortlich, weil sie bei der Scheidung nichts verlangt hat. Er bleibt lange genug, um ihr das Herz zu brechen und haut dann wieder ab. Er bricht alle Versprechen, die er ihr gemacht hat.

In die Location der Hochzeit passen maximal 250 Menschen. Ich habe ihnen eine Liste mit 20 Leuten gegeben, die ich gern dabei hätte. Ihr wisst schon, weil ich für alles zahle, hielt ich das für angemessen. Sie sagten mir, dass sei kein Problem und dass sie sich darum kümmern würden. Also sagte ich meinen Bekannten zu und bat sie, sich den Tag freizuhalten.

Am Samstag traf ich einen meiner Freunde auf dem Golfplatz und fragte ihn, ob er kommt. Er sagte mir, er sei nicht eingeladen worden. Er habe zwar die Ankündigung bekommen, aber keine Einladung. Er hatte sie auf dem Rücksitz seines Autos (zusammen mit der Post von wahrscheinlich sechs Monaten) und zeigte sie mir. Es war tatsächlich nur eine Ankündigung und mein Name stand nirgendwo darauf. Es stand dort nur der Name ihres Vaters und ihrer Mutter, nicht meiner.

Das führte zu einem ziemlich heftigen Streit mit meiner Freundin, weil ich herausfand, dass es KEINER von meiner Liste auf die engültige Gästeliste geschafft hatte, weil "250 Leute sehr wenig" seien. Ich war sauer, aber ich konnte nicht viel tun, weil die wichtigen Menschen in meinem Leben schon gekränkt waren. Meine Freundin sagte: "Wenn einige Leute nicht zusagen, könnten wir vielleicht ein paar unterbringen." Aber meiner Meinung nach ist das der ultimative Schlag ins Gesicht. Ich kochte also am Samstag vor Wut.

Gestern hatten wir ein Sonntagsessen mit der Familie des Bräutigams und einem Überraschungsgast - ihr "richtiger Vater". Bei diesem kleinen Essen verkündete meine Stieftochter, dass ihr "richtiger Vater" es doch noch zu ihrer Hochzeit schaffen würde und dass er sie nun zum Altar führen kann. Darauf riefen alle im Chor "Oh, wie schön" und "Wie wundervoll".

Ich glaube, ich war noch nie so wütend und gedemütigt. Ich zitterte. Ich nahm mir ein paar Sekunden, um meine Fassung wiederzugewinnen, weil ich ganz ehrlich nicht sicher war, ob ich losheulen oder Schläge verteilen würde oder beides. Als ich sicher war, dass ich wieder klar reden kann, stand ich auf und sagte, dass ich gern einen Trinkspruch machen würde. Ich erinnere mich nicht mehr genau an das, was ich gesagt hatte, aber es klang ungefähr so:

"Ich würde gern einen Trinkspruch machen." Der Klang von Löffeln, die gegen Gläser geschlagen werden, bimmelte in meinen Ohren. "Es war mir eine große Freude in den vergangenen zehn Jahren Teil dieser Familie gewesen zu sein." Oh, wie lieb. "An diesem Punkt in meinem Leben fühle ich mich Braut und Bräutigam zu Dank verpflichtet, weil sie mich auf etwas sehr Wichtiges aufmerksam gemacht haben." Sie lächelten zustimmend.

"Sie haben mir gezeigt, dass meine Stellung in dieser Familie nicht mehr die gleiche ist wie früher." Und jetzt breiteten sich andeutungsweise Verwirrung und Schock auf den Gesichtern aus.

"Obwohl ich mich immer als Patriarch und Oberhaupt dieser Familie gesehen habe, dem man Respekt entgegenbrachte und in schweren Zeiten um Hilfe bat, bin ich hier in Wirklichkeit der Geldautomat, gut für das Geld, sonst nichts. Weil ich als Gastgeber ersetzt wurde, sowohl auf den Einladungen und in der Zeremonie, übergebe ich meine finanziellen Pflichten an meinen Nachfolger, den richtigen Vater. Trinken wir auf das glückliche Paar und den Weg, den sie gewählt haben." Ich leerte mein Glas. "Ihr findet ja selbst zur Tür."

Ist das selbstsüchtig? Ich soll 40- bis 50.000 Dollar für eine Hochzeit zahlen, zu der ich niemanden einladen kann? Von der ich kein Teil bin? Ich habe genug von dieser Scheiße. Ich habe genug von meiner Stieftochter, ich habe genug von meiner Freundin. Ich habe gestern Abend das Geld von unserem gemeinsamen Konto genommen. (Sie hat nicht mehr gearbeitet, seit sie bei mir einzog).

Heute Morgen habe ich alle Dienstleister angerufen und sie gebeten, mir mein Geld zurückzuerstatten. Es sieht so aus, als würde ich etwa 1.500 Dollar verlieren, aber alle anderen Unternehmen waren großzügig bei der Rückerstattung.


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