LIFE
01/11/2015 15:06 CET | Aktualisiert 02/11/2015 05:27 CET

Ein Forscher zeichnet einen extrem seltenen Moment auf - am Ende liegt er regungslos in seiner Wohnung

Karl P. Schmidt widmete sein Leben der Forschung. Das war auch am letzten Tag seines Lebens so.

Schmidt war einer der bekanntesten Schlangenforscher seiner Zeit. Eines Tages im Jahr 1957 aber war er zu unvorsichtig mit einem der Tiere. Eine afrikanische Baumschlange biss ihn - Schmidt wusste nicht genau, um welche Schlange es sich handelte. Um die Wirkung des Giftes zu dokumentieren, begann er mit detaillierten Aufzeichnungen - wohl den einzigen, die es bis heute von einer solchen Vergiftung gibt. Am Ende der Aufzeichnungen ist klar: Schmidt hatte nach dem Biss nicht mehr als 24 Stunden zu leben.

schmidt

(Schmidt vor seinem Tod)

Über das "Tagebuch" von Schmidt und die letzten Aufzeichnungen seines Lebens gibt es jetzt ein kurzes Video (siehe oben). Darin wird berichtet, wie der Forscher die Schlange in sein Labor geschickt bekam - und wie er sie hoch hob. Die Schlange biss gezielt in die Hand des Forschers.

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(Zeichnung des Schlangenbisses)

Auf dem Weg nach Hause mit der Bahn stellen sich bei Schmidt erste Gefühle von Übelkeit ein. Dann setzt der Schüttelfrost ein - und ein starkes Fieber. Dann beschreibt Schmidt, wie sein Zahnfleisch zu bluten beginnt. Er fertigt auch Zeichnungen von den Folgen der Vergiftung an.

Gegen den Hunger isst Schmidt zwei Scheiben Toast. Er legt sich hin - und "schläft einige Stunden gut". Um 12:20 in der Nacht geht Schmidt auf die Toilette. Es kommt nur Blut. Um vier Uh morgens beschreibt Schmidt, wie er ein Glas Wasser trinkt und heftige Kopfschmerzen ihn befallen. Dann muss er erbrechen. Er fühlt sich besser und schläft bis zum Morgen.

mund

(Zeichnung der Blutungen im Mund)

Am Morgen ist sein Fieber leicht gesunken. Er isst Cornflakes und Toast zum Frühstück. Dazu gibt es Apfelmus und Kaffee. Sein Mund und jetzt auch seine Nase bluten immer wieder. Dann hören die Aufzeichnungen von Schmidt plötzlich auf.

Was bekannt ist: Nach dem Mittag erbricht er sich wieder und ruft seine Frau an. Um drei Uhr wird er zu Hause schweißgebadet gefunden - er kann sich nicht mehr bewegen. Stunden später ist er tot.

Bei der Autopsie im Krankenhaus wird klar: Schmidt starb an Blutungen in den Augen, der Leber, des Herzens und im Kopf. Ein grauenvolles Ende, das Schmidt bis zuletzt aufzeichnete.

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