WIRTSCHAFT
01/11/2015 15:42 CET | Aktualisiert 03/11/2015 04:22 CET

Mit diesem Automaten kann jeder Coca-Cola selbst machen - Verbraucher sollten vorsichtig sein

Scott Olson
Endlich hat Coca Cola eine Lösung für die Faulheit, Getränke-Kästen zu schleppen.

Du hast keinen Bock mehr, schwere Kästen mit Sprite, Coca-Cola und Co. in die Wohnung schleppen? Das US-Unternehmen Keurig Green Mountain will dieses Problem angehen - und zwar mit einer Art Kapsel-Maschine für Softdrinks. Sie funktioniert ganz ähnlich wie die bekannten Kaffeemaschinen, die aus einer Kapsel eine Tasse Kaffee zaubern. Coca-Cola ist an dem Unternehmen mit 16 Prozent beteiligt.

Aber nicht nur Getränke von Coca-Cola kann der Automat aus einer Kapsel machen. Auch andere Softdrinks wie Cola von Dr. Pepper, Sportgetränke, Eistee, Root Beer und aromatisiertes Wasser kann sich der Besitzer zubereiten. Klingt eigentlich nach einer guten Sache, oder?

keurig

(Der Cola-Automat von Keurig)

Beim genaueren Hinsehen entpuppt sich der Do-It-Yourself Cola-Automat aber als ziemlicher Unsinn. Das sind die drei Gründe:

1. Die Kapseln sind sau teuer

Die Kapseln, die mit Sirup und Kohlensäure gefüllt sind, sind unfassbar teuer. Knapp 0,25 Liter ergibt eine Kapsel und kostet pro Stück 1,10 Euro (1,25 US-Dollar). In einem amerikanischen Supermarkt würden Kunden etwa die Hälfte für eine herkömmliche Flasche Cola bezahlen. Dazu kommt noch der Preis für die Maschine: Satte 327 Euro (370 Dollar).

Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dass der Automat keine so gute Idee ist, sollte sich diese Zahl, die ein amerikanischer Blog errechnet hat, ansehen: Im Anschaffungsjahr der Maschine mit einem (ambitionierten) Konsum von einem Liter Cola pro Tag kommt der Besitzer auf Kosten von insgesamt 2000 Dollar. Und das bloß für gekühlte Softdrinks?

2. Die Maschine verschwendet wertvolle Ressourcen

Die Maschine muss das Wasser erst runterkühlen, bevor es durch die Kapseln schießen kann. Bis zu zwei Stunden kann das dauern - und das kostet unvorstellbar viel Energie.

1,5 Liter Wasser passen in die Maschine und der Hersteller verspricht auf seiner Website, dass bis zu sechs kühle Getränke halbwegs zeitgleich hergestellt werden können. Danach muss das nachgefüllte Wasser erst wieder auf 4 Grad heruntergekühlt werden - im Zweifel werden in dieser Zeit die Gäste schon wieder durstig. Im "Party Mode" kann das Verfahren beschleunigt werden – es muss aber mit Eiswürfeln nachgeholfen werden.

Wie bei den Nespresso-Automaten bleibt bei jedem Glas eine (recht große) Aluminium-Kapsel übrig, die direkt in den Müll wandert. Eine unfassbare Verschwendung.

3. Kein Vorteil gegenüber Softdrink-Flaschen

Wer kühles Mineralwasser trinken möchte, muss weiterhin Getränke-Kästen schleppen und einen Kühlschrank besitzen. Auch beim „Party Mode“ ist ein Eisfach für die Eiswürfel unumgänglich. Warum also nicht einfach Softdrink-Flaschen in den Kühlschrank legen?

Keurig beschreibt die Vorteile seiner Erfindung so: „Die Freiheit alle deine Lieblingsgetränke zu machen, wie du es noch nie getan hast: Immer perfekt gekühlt, ohne CO2-Kanister – alles mit einem Knopfdruck. Aussuchen und wählen. Und Wählen. Und Wählen. Mach dir eine Coca-Cola. Mach dir eine Sprite. Mach dir ein Dr. Pepper.“

Aber ist das wirklich an die 2000 Euro und die unglaubliche Ressourcenverschwendung wert? Wohl kaum. Übrigens prickeln die Automatendrinks laut einem Geschmackstest der Fachzeitschrift CNET nicht so schön, wie frisch aus der Flasche gegossen.

Vielen Kunden dürften die Nachteile allerdings egal sein. Keurig ist mit seinen Kapsel-Kaffeemaschinen in den USA schon sehr erfolgreich. Und nie wieder einen Kasten Cola schleppen zu müssen, wird für viele Kunden ein überzeugendes Versprechen sein. Coca-Cola käme der Erfolg nur recht - am Ende könnte das Unternehmen an den Kapseln sogar mehr verdienen als an seinen Softdrinks. Hat der Automat Erfolg, könnte er die Getränkewirtschaft ähnlich stark umkrempeln wie der Kapselkaffee die Kaffeeindustrie.

Video: Mit diesen 4 Zutaten können Sie Cola zuhause selbst machen

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