POLITIK
31/10/2015 15:54 CET | Aktualisiert 31/10/2015 19:17 CET

Enttarnt: Die 3 Strategien Seehofers in der Flüchtlingskrise

Das steckt hinter Seehofers Drohgebärden
dpa
Das steckt hinter Seehofers Drohgebärden

Kaum ein anderer Politiker kritisiert Bundeskanzlerin Angela Merkels Flüchtlingspolitik so scharf wie CSU-Chef Horst Seehofer. Indem er immer weiter nach rechts driftet, stellt er die Diskussionskultur der Großen Koalition auf eine harte Probe. Was steckt dahinter?

In einem Interview mit der "Tagesschau" erklärt der Kommunikationsexperte Joachim Trebbe, welche Strategien hinter den Drohgebärden Seehofers stecken – und was er damit erreichen will.

1. Er spielt ganz bewusst Merkels Gegenspieler

Man hat das Gefühl, je liberaler sich Merkel äußert, desto konservativer reagiert Seehofer. Trebbe ist davon überzeugt, dass das Teil einer Strategie ist. Er nennt die Methode ein "Flügelspiel", mit dem Seehofer klar machen will, dass in der Union auch eine stark konservative Perspektive vertreten wird – durch die CSU und ihn selbst.

2. Er zieht die Große Koalition so weit wie möglich nach rechts

Trebbe vergleicht Seehofer mit einem "Zocker, der versucht, die Große Koalition an die Grenzen des Belastbaren zu bringen". Immer wieder versuche der Politiker, die Flüchtlingsdiskussion so weit wie nur möglich nach rechts zu rücken – obwohl er weiß, dass seine extremen Positionen nie in Berlin durchgehen könnten.

3. Er bleibt gerade noch moderat genug, um seine Machtposition nicht zu verlieren

Die rechte Front wählt bisher die AfD. Laut Trebbe wird es auch zukünftig schwer für Seehofer, diese Wähler für sich zu gewinnen, ohne selbst an Macht einzubüßen: "In dieser Krise hat Seehofer das Problem, dass er nicht weit genug nach rechts außen driften kann. Wenn er in der Konstellation der Großen Koalition bleiben will."

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