POLITIK
31/10/2015 11:11 CET | Aktualisiert 31/10/2015 16:47 CET

Islamischer Staat behauptet, schuld an Airbus-Absturz zu sein – Behörden sprechen von technischem Defekt

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Ägypten hat ein Video veröffentlicht, in dem sie behauptet, den Absturz des russischen Airbus A 321 in Ägypten herbeigeführt zu haben. Bei der Katastrophe waren am Vormittag alle 224 Insassen gestorben.

In dem Video behaupten die Terroristen, sie seien für den Absturz verantwortlich. Die Bilder zeigen ein Flugzeug, das explodiert und zu Boden stürzt. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert die Sprecher im Video mit den Worten: "Die Soldaten des Kalifats haben erfolgreich ein russisches Flugzeug im Sinai zum Absturz gebracht." Bei den Urhebern handelt es sich offenbar um eine Gruppierung, die sich Sinai-Provinz des IS nennt.

Die Echtheit des Bekennervideos ist allerdings nicht bestätigt. Im Gegenteil: Ägyptische Behörden gehen nach Angaben aus Sicherheitskreisen von einem technischen Defekt aus, einen Terroranschlag schlossen sie aus.

Der russische Urlaubsflieger war am Samstagvormittag auf der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Schon Minuten nach dem Start im Ferienort Scharm el Scheich am Roten Meer riss der Kontakt zu dem Airbus der sibirischen Fluggesellschaft Kolavia ab, wie das ägyptische Luftfahrtministerium mitteilte. Die meisten der 217 Passagiere waren den Angaben zufolge russische Urlauber.

"Rettungskräfte haben Trümmerteile des Airbus 321 gefunden", sagte der Chef der ägyptischen Flugunfallbehörde, Ajman al-Mokdam. Der Fundort liege nahe des Al-Arisch-Flughafens im äußersten Norden des Sinai am Mittelmeer. Man werde so schnell wie möglich mit der Suche nach der Unfallursache beginnen.

Das Flugzeug sei nach dem Start "vom Radar verschwunden", teilte die russische Luftfahrtbehörde mit. Ihren Angaben zufolge war die Maschine unterwegs von Scharm el Scheich nach St. Petersburg. Dort wurde sie korrigierten Angaben zufolge um 10.20 Uhr deutscher Zeit erwartet.

Das Flugzeug war russischen Medienberichten zufolge gut 18 Jahre alt und gehörte der Gesellschaft seit März 2012. Interfax berichtete, alle Passagiere seien Russen gewesen. An Bord hätten sich neben den 217 Passagieren 7 Besatzungsmitglieder befunden, zitierte die Agentur einen nicht namentlich genannten russischen Diplomaten.

Die deutsche Lufthansa entschied, in Ägypten vorerst nicht mehr über die Sinai-Halbinsel zu fliegen. So lange die Absturzursache nicht geklärt sei, werde die Halbinsel aus Sicherheitsgründen umflogen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

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