POLITIK
30/10/2015 17:04 CET | Aktualisiert 30/10/2015 18:57 CET

Diese Nachricht über seine Syrien-Politik sollte Putin Sorgen bereiten

dpa
Diese Nachricht über seine Syrien-Politik sollte Putin Sorgen bereiten

Russlands Militäreinsatz in Syrien polarisiert die russische Bevölkerung. Die „Moscow Times“ berichtet von einer Umfrage, die das unabhängige Umfrageinstitut Levada Center zwischen dem 23. und 26. Oktober durchgeführt und am gestrigen Donnerstag veröffentlicht habe. Der Inhalt sollte Präsident Wladimir Putin Sorgen machen.

Der Anteil der Russen, die Putins Syrien-Politik ablehnen, verdoppelte sich gegenüber dem Vormonat – also vor Beginn der Luftschläge. Er liegt jetzt bei 22 Prozent.

Zwar hießen noch 53 Prozent der Befragten Putins Politik gut. Aber das ist eine ganz andere Zahl, als sie das Putin-hörige staatliche Umfrageinstitut VTsIOM kürzlich verbreitete. Da hieß es, dass angeblich knapp 90 Prozent der Russen Putins Politik gut fänden. Ein Rekord – wenn die Zahl denn wirklich stimmte.

Auch wenn die Frage in jener Erhebung weiter gefasst war und nicht eins zu eins vergleichbar ist, zeigt die neue Statistik, dass der Jubel nicht so grenzenlos ist, wie das staatliche Umfrageinstitut es den Bürgern weismachen wollte. Sie zeigt, dass sich im Land ernstzunehmender Widerstand regt. Der Einsatz in Syrien bindet militärische Kräfte, die etwa in der Ukraine nicht mehr eingesetzt werden könne. Er kostet Geld, das dem ohnehin klammen russischen Staat fehlt.

Den Russen, die noch auf Putins Seite sind, hat der Präsident des von EU- und US- Sanktionen gedemütigten Landes mit den Bombardements offenbar gezeigt, dass es international auch jetzt einer der großen Player ist.

Denn Putin hat die USA in Syrien gedemütigt. Er hat Syriens Machthaber Baschar al-Assad nach Moskau eingeladen und gezeigt, dass ein Diktator noch lange nicht gehen muss, nur weil das Volk und die internationale Gemeinschaft das will. All diese Gesten der Macht stärken das russische Selbstwertgefühl. Naja, zumindest das von 53 Prozent des Volkes.

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