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30/10/2015 02:49 CET | Aktualisiert 03/11/2015 04:05 CET

Zwei Jugendliche entdecken einen kleinen Jungen im 7. Stock einer brennenden Wohnung. Sie handeln sofort

dpa/Wolfgang Kumm
Die beiden Jugendlichen handelten sofort.

Stell dir vor, du bist auf der Straße unterwegs und siehst plötzlich eine brennende Wohnung. Viel schlimmer noch: Im Fenster siehst du einen kleinen Jungen, der auf dem Fensterbrett kauert. Wie würdest du handeln? Vermutlich würdest du die Polizei rufen und abwarten...

Nichts so Jeff Ehling und Ahmad Omairat: Die zwei haderten nicht, sondern handelten. Durch ihren beispiellosen Einsatz im Berliner Bezirk Neukölln retteten sie dem Kleinen vermutlich das Leben.

Was war passiert?

Am Montag brennt in der Aronsstraße eine Wohnung. Die Mutter ist nicht da, der kleine Junge ist alleine zuhause. Als Jeff den Rauch und den Jungen sieht, handelt er: „Ich kannte ihn, er hat vorher bei uns im Haus gewohnt. Ich wollte einfach nur helfen und bin losgerannt.“ Auf dem Weg zur Wohnung trifft er seinen Freund Ahmad. Jeff tritt kurzerhand die verschlossene Tür ein, um in den Wohnungskomplex der "Weißen Siedlung" zu gelangen. Ein anderer Mann will auch helfen, scheitert aber an der Tür der brennenden Wohnung.

Die beiden Jungen betreten vom Flur aus einen kleinen Balkon in der 7. Etage, ein Stockwerk unter der Wohnung mit dem kleinen Jungen. Knapp ein halber Meter trennt den Balkon vom Sechsjährigen. Die Situation ist ernst: "Er hatte ein Bein drinnen und das andere schon draußen", erinnert sich Jeff Ehling. "Ich hatte Angst, dass er runterspringt oder fällt und habe deshalb zu Ahmad gesagt, er soll mich festhalten."

Jeff spricht dem verängstigen Kleinen Mut in dieser brenzligen Situation zu. Mit Erfolg. Das Kind beugt sich trotz der immensen Höhe seinen Rettern zu, sodass ihn seine beiden Retter gemeinsam auf den Balkon ziehen können.

Wie durch ein Wunder geht alles gut. Erst später wird Jeff klar, wie er sich und den kleinen Jungen in Gefahr gebracht hat: "Wenn mir der Kleine aus den Händen gerutscht wäre, hätte ich mir das nie verziehen."

Der Einsatz der beiden Retter ist beispiellos. Sie setzten in schwindelerregender Höhe ihr Leben aufs Spiel. Für ihr Handeln erhielten die beiden Lob, unter anderem von Polizei und Feuerwehr. Der andere Helfer ist überzeugt davon, dass die Jungen das Leben des kleinen Jungen gerettet haben: "Es war ja schon alles verraucht in der Wohnung. Und es dauerte schon noch einige Minuten, bis die Feuerwehr kam." Manchmal gibt es sie eben doch: Geschichten, die an einen Film erinnern, aber wahr sind.

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