POLITIK
30/10/2015 12:51 CET | Aktualisiert 30/10/2015 12:53 CET

So krass beeinflussen Fotos, wie wir die Flüchtlingskrise sehen

Fast jeder hat eine Meinung zu den Flüchtlingen, die in unserem Land ankommen. Doch fast niemand hat tatsächlich Kontakt mit den Menschen, die sich wegen Krieg und Verfolgung auf eine beschwerliche Flucht begeben. Darum muss sich jeder auf die Bilder verlassen, die er geliefert bekommt.

Die sind mal erschreckend, mal banal - doch haben, weil sie so brisant sind, fast immer eine politische Aussage: Gestrandete Einwanderer, Flüchtlinge mit Smartphones. Doch die Wahrheit ist nicht immer einfach. Viele Bilder transportieren Geschichten, die erst im Kopf des Empfängers zu einer Botschaft werden.

Diese Bilder sind Beispiele dafür, wie Fotos unsere Meinung zur Flüchtlingskrise prägen:

Was Flüchtlingsgegner gern ignorieren: Asylbewerber nehmen für die Flucht nach Europa schwerste Strapazen auf sich, bringen sich in Lebensgefahr - so weit würde wohl kaum jemand gehen, der nur die hiesigen Sozialleistungen einstreichen will. Ein Beispiel ist dieser Mann, der mit drei Kindern im Arm an einem Strand der griechischen Insel Lesbos gelandet ist.

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Auch das ist die Realität der Flüchtlingskrise: Wo die Masse an Einwanderern vorbeikommt, bleibt meist Müll zurück. An diesem Bahnhof in Kroatien jedenfalls wirkt es, als hätten Vandalen dort gehaust:

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Dieses Foto aus München hingegen liefert Hinweise, wie Müllberge an Flüchtlingssammelorten zustande kommen: Kunststoffgeschirr und Essen aus Plastiktüten sind der einzige Weg, sehr schnell sehr viele Mahlzeiten zu den Menschen auf Durchreise zu bekommen. Ähnliches gilt für Dixi-Toiletten und Wärmefolien.

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Und auch sonst gilt: Die Flüchtlingskrise bringt chaotische Zustände mit sich - doch nicht, weil die Flüchtlinge es darauf anlegen würden. Behörden und Hilfsorganisationen sind von der Masse an Menschen überfordert, was manchmal sichtbar wird. Dieser Stapel ist keine Müllhalde, sondern ein Berg aus Spenden in München.

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Schöne Reiseeindrücke sammeln Flüchtlinge nicht entlang ihrer Route, auch werden sie vielfach selbst als negativ wahrgenommen. Unklar ist, ob eine Phalanx vorausgegangener Einwanderer dieses Feld plattgetrampelt hat oder ob es sich in seinem Urzustand befindet. In jedem Fall ist die Fläche in der Nähe der serbisch-kroatischen Grenze für alle, die im Regen darübergehen müssen, ein Hindernis.

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Fast schon ein Klassiker der Fehldeutung: Flüchtlinge, die Smartphones nutzen. Die Handys dienen als Navigationsgeräte und um mit Familie und Mitflüchtlingen Kontakt zu halten. Ein entbehrliches Luxusgut sind sie beileibe nicht.

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Diese Unterkunft war einigen Flüchtlingen nicht gut genug – kein Wunder

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